| Beobachter: | Alexander Pikhard |
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| e-Mail: | apikhard@utanet.at
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| Datum: | 02. und 04. 03. 2002 |
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| Zeit: | 2. 3., 00.30 Uhr MEZ, 4. 3., 23.30 Uhr MEZ |
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| Ort: | Wien 14 |
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| Instrument: | 12" Meade LX-200, StarlightXpress MX916 |
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| Bedingungen: |
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| Bericht: |
2. 3.Nach einer längeren Durststrecke ohne Beobachtung erspähe ich spätabends durchs Wohnzimmerfenster den Löwen. Ich wittere eine Gelegenheit, einige am 4. Februar aufgetretene Effekte noch einmal zu verifizieren und baue mein Fernrohr samt CCD im Wohzimmer auf. Nach rascher Einnordung an Regulus finde ich M65, eine erste, 10 Sekunden bei f/6.3 gewonnene Aufnahme zeigt auch schon Andeutungen der Galaxie. Ich zentriere, fixiere STAR2000 am Leitstern (GSC 861:817, 11.3mag) und mache eine Serie von 10 Aufnahmen zu je 60 Sekunden Belichtungszeit. Schon ab der dritten oder vierten Aufnahme tut sich AstroArt, mit dem ich aufnehme, hart, den Leitstern zu halte, doch die zeitweise vorbei eilenden Hot Pixels können die Nachführung nicht stören. Mir fällt auf, daß immer weniger Signal kommt, immer mehr Rauschen da ist. Ein thermisches Problem? Ein technischer Defekt? In unserer technisierten Zeit neigt man dazu, einfache Ursachen nicht zu erkennen: Ein Blick zum Himmel zeigt rasch, daß Wolken aufgezogen sind. Ich kann Regulus mit freiem Auge nicht mehr erkennen, und trotzdem ist auf den Aufnahmen noch etwas drauf!
Dieser Test zeigt eines: Amateur-CCD-Kameras haben auch im Infrarotbereich einiges drauf und schaffen sogar ein Bild einer Galaxie durch geschlossene Bewölkung - auch wenn es nur eine sehr dünne Wolkendecke war. Immerhin erkennt man nicht nur den Kern von M65, sondern auch die Scheibe. 4. 3.Einige Tage später, nach unserem Astro-Treff im Objektiv, sinddie Bedingungen deutlich besser und ich will wissen, was unter "guten" Großstadtbedingungen möglich ist. Immerhin sind die Sterne des Löwen heute alle ohne Probleme mit freiem Auge zu erkennen. Allerdings läßt das Flimmern der Sterne extrem schlechtes Seeing erwarten, ein Blick durchs Fernrohr bestätigt, es sind gut 10"!
Um das Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern wähle ich heute eine längere Belichtungszeit (drei Minuten), dafür weniger Bilder pro Serie (ich will, ehrlich gesagt, auch schlafengehen); Flatfield und Dunkelstrom müssen jetzt aber reduziert werden. Eine Bemerkung zum Flatfield - woher nehmen? Ich belichte den Himmel und lasse das LX200 im Tariermodus hin und her schwingen, Belichtungszeit 90 Sekunden, eher gefühlsmäßig. Auch wenn die Ergebnisse nicht überragend sind - Details in den Scheiben der Galaxien kommen deutlich heraus, und das bei Bedingungen, unter denen die Objekte visuell kaum auszumachen sind. |
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