Bedeckung Beta Sco

Ospelgasse 12-14/6/19, 05. 03. 2002

20020305twe03.html

Beobachter:Thomas Weiland
 
e-Mail:weiland@a1.net
 
Datum:05. 03. 2002
 
Zeit:03.00 UT
 
Ort:Ospelgasse 12-14/6/19
Geogr. Länge:-16° 23' 11"
Geogr. Breite:+48° 14' 10"
Seehöhe:182
System:

 
Instrument:Maksutov-Newton 127 /762 mm, 12 mm - Okular
 
Bedingungen:

Durchsicht:keine Angabe Freis. vis. Grenzgröße:keine Angabe
Aufhellung:keine Angabe Seeing:keine Angabe
Wind:keine Angabe aus keine Angabe  
Temperatur:4 °C Luftfeuchtigkeit:
Sonstige Bemerkungen:Föhniger Südwind


 
Bericht:

Obwohl der abendliche Wetterbericht Anlass zur Hoffnung gab, bereiteten mir die zahlreichen Cirren im Gefolge eines Warmfrontausläufers über Tschechien, der Slowakei und Ungarn doch etwas Sorge. Handelte es sich bei der Bedeckung von Beta Scorpii am Morgen des 5. März doch um eine der interessantesten Sternbedeckungen im heurigen Jahr. Noch dazu sind Bedeckungen von Beta Sco auf Grund seiner südlichen Lage und der Nähe zur Ekliptik (kurze Serien) recht selten. Das letzte Mal war dies für Österreich 1983 der Fall, die nächste Bedeckung wird sich erst wieder 2020 ereignen. Ich war also recht gespannt.

Nach Mitternacht kam föhniger Südwind auf. Er brachte die übriggebliebenen Cirren schnell zum Verschwinden, bald erschien der Himmel wie ausgeputzt und klar. Der Preis dafür war schlechtes Seeing. Als ich gegen 3 Uhr UT nach etwa 30-minütiger Temperaturangleichung des Fernrohrs den Blick zum Mond richtete, "waberte" der helle Rand noch immer ziemlich stark. Auf die Sterne hatte dies interessanterweise aber keinen allzu großen Einfluss, ein Faktum, das ich schon bei den Praesepe-Bedeckungen 2000 und 2001, als ähnliche Wetterlagen herrschten, bemerkt hatte. Wenigstens ein Vorteil der kleinen Öffnung (5"), dachte ich mir.

Gegen 3 Uhr 30 UT wurde es schließlich spannend. Ich hatte es mir auf unserer Terrasse bequem gemacht (soweit das bei 4° C und lebhaftem Wind ging), die eine Hand auf der Rektaszensions-Welle, die andere in meiner Jacke, jederzeit bereit, den Auslöser der Stoppuhr zu drücken. Auf Grund des klaren Himmels waren in unmittelbarer Nähe des Mondes zahlreiche schwächere Sterne, deren Austritte man leicht hätte stoppen können, zu sehen. Etwas südöstlich strahlten Omega 1 und 2, nördöstlich Ny, ein anderes Mehrfachsystem. Da, exakt um 03:32:47,0 UT (Persönliche Gleichung 0,3s; bereits abgezogen) erschien Beta 2, der +5,1mag helle Begleiter am sichtbaren dunklen Rand. Ich starrte wie gebannt auf die Stelle knapp über ihm, wo in wenigen Sekunden Beta 1 (+2,9mag) auftauchen sollte. Um 03:32:59,2s (0,2s) blitzte er schließlich hervor! Ein unbeschreiblich schöner Anblick, wie die beiden blauweissen Sonnen, Diamanten nicht unähnlich, für einen flüchtigen Moment am dunklen Rand des Mondes schwebten. In dieser Hinsicht sind sich Sonnen- und Sternenfinsternisse also nicht so unähnlich!