Beobachtungsabend

Sofienalpe, 08. 03. 2002

20020308api18.html

Beobachter: Alexander Pikhard
 
e-Mail: apikhard@utanet.at
 
Datum: 08. 03. 2002
 
Zeit: 18.00 bis 21.30 Uhr MEZ
 
Ort: Sofienalpe
 
Instrument: 12" Meade LX-200, StarlightXpress MX916, Olympus Camedia C-3000 (für Jupiter)
 
Bedingungen:

Durchsicht: 1 Freis. vis. Grenzgröße: 5.0
Aufhellung: 2 Seeing: 2, dann 4
Temperatur: ca. +2°C
Luftfeuchtigkeit: leicht feucht
Sonstige Bemerkungen: windstill

 
Bericht: Freitag Abend und gute Bedingungen, da war schon mehr los auf der Sofienalpe, auch wenn es nicht ganz eindeutig gut war und zunächst noch Wolken tief im Westen herumhängen.

Wir begrüßen Venus; erstmals in dieser Abendsichtbarkeit fällt sie uns auf und strahlt zwischen den - in der Abenddämmerung malerisch verfärbten - Wolken durch.

Venus in der Dämmerung
Venus in der Abenddämmerung

Natürlich warten wir alle auf den Kometen C/2002 C1 (Ikeya-Zhang), und schon bald ist er auch im Fernrohr zu sehen. Etwas später dann mit dem Feldstecher, freisichtig ist er wegen des Dunstes am Horizont aber kaum auszumachen. Im Fernrohr erweist nich der Komet wieder einmal als außerordentlich langweilig: Keine Jets, keine Schalen, nichts ...

C2002 C1, LX200
Coma und Schweifansatz, 20 Sekunden am LX200, f/6.3

C2002 C1, 50mm
Der Komet mit einem 50mm Kameraobjektiv, 60 Sekunden
Rechts unten der Kondensstreifen eines Flugzeugs.


Die mit dem 50mm-Kameraobjektiv und der StarlightXpress MX916 (Chipfläche 8.7 x 6.5mm) gemachte Aufnahme läßt eine Schweiflänge von über 6° erkennen! Die kürzere Kante des Bildfelds mißt 7,5°. Zu kämpfen hatte ich hier mit Flugzeugen. Zuerst flog eines während der Aufnahme genau durch den Schweif des Kometen; noch Minuten später war der Kondensstreifen auf den Aufnahmen zu erkennen!

Da ich schon einmal das 50mm Objektiv auf der CCD-Kamera habe, schwenke ich in den Orion und belichte zwei Aufnahmen je eine Minute lang. Auf dem so entstandenen Mosaik sind viele Nebel zu erkennen, so auch der Pferdekopfnebel. Und das so nahe bei Wien!

Orion-Mosaik
Orion-Mosaik, 2 x 60 Sekunden, F=50mm, f/2.8

Während der Komet noch eifrig mit Feldstechern gesucht wird, bis er schließlich untergeht, fotografiere ich einige Nebel im Orion mit f/6.3 am LX200.

M42
M42, nur 10 Sekunden, um Details im Kern herauszuholen.
M78
M78, 3 Minuten, logarithmis skaliert
NGC 2023
Der kleine Reflexionsnebel NGC 2023, 2 Minuten
NGC 2024
Der Flammennebel NGC 2024, Ausschnitt, 2 Minuten

Dann noch zwei Nebelregionen im Einhorn:

NGC2261
Hubbles veränderlicher Nebel, NGC 2261, 3 Minuten
NGC2185
NGC 2183 und NGC 2185, 3 Minuten

Den Abschluß bildet eines meiner Lieblingsobjekte: Der offene Sternhaufen M46 mit dem planetarischen Nebel NGC 2438:

M46 und NGC2438
M46 mit NGC 2438, 2 Minuten

Anschließend wollte ich noch Jupiter und Saturn näherrücken, doch schlagartig wurde das Seeing so schlecht, daß weitere Beobachtungen sinnlos wurden. So bauten wir denn schließlich alle ab.