CCD-Abend

Sofienalpe, 11. 03. 2002

20020311api18.html

Beobachter: Alexander Pikhard
 
e-Mail: apikhard@utanet.at
 
Datum: 11. 03. 2002
 
Zeit: 18.30 bis 21.30 MEZ
 
Ort: Sofienalpe
 
Instrument: 12" Meade LX-200, StarlightXpress MX916, Olympus Camedia C-3000
 
Bedingungen:

Durchsicht: 1 Freis. vis. Grenzgröße: 5.0
Aufhellung: 2 Seeing: 2
Wind: maessig aus SW    
Temperatur: 0 °C Luftfeuchtigkeit: trocken %
Sonstige Bemerkungen: Der Wind war zeitweise sehr störend, dazwischen aber erträglich.


 
Bericht:

Wieder ein traumhafter Abend, nur einige wenige Wolken tief am W-Horizont, sie machen aber nur den Sonnenuntergang romantischer.

Sonnenuntergang

Vor der malerischen Kulisse des Abendrots mit der strahlenden Venus bauen zahlreiche Beobachter (Berhard Dewath, Natalie Ebner, Hans Peter Müllner, Walter Simotta) ihre Instrumente auf.

Aufbau vor der Venus

Bald fange ich den Kometen C/2002 C1 mit dem LX-200 ein, schon in der der Dämmerung ist der Komet sehr hell, der Kernbereich diffus und auffällig blau.

Mit fortschreitender Dunkelheit wird der Komet immer deutlicher. Im Feldstecher wird er zum beeindruckenden Erlebnis, mit freiem Auge ist ein kleiner, sternartiger, diffuser Fleck mit ca. 4.5mag zu sehen, indirekt mit ca. 2-3° Schweif.

Ich fotografiere mit der CCD-Kamera und einem 50mm Normalobjektiv, wieder rund 7° Schweif!

Komet, 50mm Optik

Da schon die erste Aufnahme am LX-200 mit 30s Belichtungszeit bei f/6.3 interessante Details im Schweif vermuten läßt, wage ich ein Experiment:

Koetenmosaik Ich entschließe mich, ein Mosaik des Kometen anzufertigen und dem Schweif so lange zu folgen, wie es einigermaßen einen Sinn ergibt.

Belichtungszeit ist jeweils 40s, bei dem langsam bewegten Kometen kein Problem. Nachgeführt wird mit STAR2000, zum Glück findet sich in jedem Feld ein Leitstern, und zu meinem größeren Glück ist die MX916 mit STAR2000 so empfindlich, daß ich auch an Sternen 11mag und schwächer nachführen kann.

Letztlich entsteht ein Mosaik aus 8 Aufnahmen und ich folge dem Schweif bis zu den feinsten Ausläufern. Der Gasschweif zeigt viele Knoten, ein besonders heller und dichter könnte ein weiterer Schweifabriß gewesen sein.

Die Aufnahmen kombiniere ich mit der Mosaik-Funktion von AstroArt, wieder macht sich bezahlt, daß der Komet nicht sehr schnell unterweg ist. Ein wenig Probleme bereitet der Umstand, daß der Komet von Aufnahme zu Aufnahme tiefer steht - doch zum Glück fange ich beim Kopf, also unten, an!

Lediglich bei Aufnahme 5 habe ich ein kleines Kalibrierungsproblem, hier war wohl eine horizontnahe Cirre im Spiel. Ansonsten ein beeindruckendes Ergebnis, wenngleich nicht ganz trivial zu erreichen.

Zum Abschluß, voll motiviert (und mit noch genügend Strom in den Batterien) eine Serie von M109, 5 x 2 Minuten.

M109

Und ganz zum Schluß noch ein Schnappschuß von Saturn, Digitalkamera durch 14mm Pentax.

Saturn

Fazit: Wieder eine tolle Kometennacht.