CCD-Abend

Sofienalpe, 12. 03. 2002

20020312api18.html

Beobachter: Alexander Pikhard
 
e-Mail: apikhard@utanet.at
 
Datum: 12. 03. 2002
 
Zeit: 18.00 bis 20.30 MEZ
 
Ort: Sofienalpe
 
Instrument: 12" Meade LX-200, StarlightXpress MX916, diverse Objektive
 
Bedingungen:

Durchsicht: 2 Freis. vis. Grenzgröße: 5.0
Aufhellung: 2 Seeing: 2
Wind: maessig aus SW  
Temperatur: 3 °C Luftfeuchtigkeit:

Sonstige Bemerkungen: Hohe Bewölkung beeinträchtigt stellenweise.


 
Bericht:

Hohe Wolken lassen ein Ende der laufenden Schönwetterperiode vermuten, also noch einmal rasch auf die Sofienalpe, den wunderschönen Kometen C/2002 C1 aufnehmen.

Am Nachmittag hatte es schon fast so ausgesehen, als würde heute keine Beobachtung mehr möglich sein, doch dann sind die Bedingungen doch noch einmal recht freundlich.

Venus strahlt zwischen den Wolken hervor.

Venus in den Abendwolken

Schon bald ist der Komet im LX-200 aufgespürt, der Kern wirkt heute diffuser und etwas weniger sternartig als in den Tagen zuvor. Mit etwas Phantasie erkenne ich eine Hülle um den Kern.

Es geht ans Fotografieren. Leider stören die Wolken hier schon sehr.

Die Aufnahme mit dem 50mm Normalobjektiv (f/2.8), 40 Sekunden lang belichtet, zeigt den langen, dünnen Schweif. Andreas Berthold hat ein 135mm Tele dabei, mit ihm gelingt eine stimmungsvolle Aufnahme des Kometen in Wolken (20s, f/5.6).

Komet, 50mm
C/2002 C1 mit 50mm und ...
Komet, 135mm
... mit 135mm

Im Fokus des LX-200 bei f/6.3 mache ich ein Mosaik aus zwei je 40s belichteten Aufnahmen von Kopf und Schweifansatz. Wieder zeigt der Schweif einige schöne Details, und heute macht sich auch ein deutlicher Staubschweif bemerkbar.

Kometnmosaik

Im Feldstecher ist der Komet wieder extrem deutlich und beeindruckend, ab ca. 19 Uhr ist er auch freisichtig, wobei bei indirektem Sehen wieder ein kurzer Schweifansatz zu erkennen ist.

Da die CCD-Kamera - mit Schwenkkopf im Hochformat - mit dem 135mm Tele noch huckepack montiert ist, mache ich noch ein paar Aufnahmen bekannter Deep Sky-Regionen.

M42
Die Region um M42 und ...
B33
... um Zeta Orionis

Die Region um M42 zeigt in diesem Maßstab schon viele Details; logarithmische Ausarbeitung zeigt feine Ausläufer von M42 und auch schon die Dunkelnebel ("Apeman") zwischen NGC 1973/75/77.

Die Region um Zeta Orionis zeigt den wunderschönen Flammennebel NGC 2024 (diesmal ganz) und den feinen Emissionsnebel IC 434 mit dem berühmten Pferdekopfnebel B33.

Zum Abschluß noch die Pleiaden; in einer Kombination zweier Aufnahmen mit 90 und 180 Sekunden Belichtungszeit kommt der Merope-Nebel sehr deutlich heraus.

M45

Fazit: Der fünfte Beobachtungsabend in Serie. So etwas kommt in unseren Breiten selten vor.