Beobachtungsabend

Sofienalpe, 13. 03. 2002

20020313api18.html

Beobachter: Alexander Pikhard
 
e-Mail: apikhard@utanet.at
 
Datum: 13. 03. 2002
 
Zeit: 18.30 MEZ
 
Ort: Sofienalpe
 
Instrument: 12" Meade LX-200, Olympus Camedia C-3000
 
Bedingungen:

Durchsicht: 2 Freis. vis. Grenzgröße: 4.5
Aufhellung: 3 Seeing: 2
Wind: kein aus keine Angabe  
Temperatur: 8 °C Luftfeuchtigkeit:

Sonstige Bemerkungen: dunstig


 
Bericht:

Es wird doch um Gottes Willen nicht schon wieder schön werden ...

Kann es sein, daß man zum sechsten Mal in Serie Glück hat? Doppelhattrick sozusagen? Es kann sein, und heute ist so ein Tag. Gestern hat es noch so ausgesehen, als wäre es der letzte schöne Tag gewesen, und heute - wolkenlos! Dunstig zwar, aber immerhin.

Nicht nur mich hat es sozusagen unerwartet erwischt, ich bin unter anderem ohne CCD-Ausrüstung unterwegs, auch vielen anderen ist es ähnlich ergangen und so trifft sich heute die Creme de la Creme der heimischen Astro-Szene auf der Sofienalpe, primär zum Spechteln, nur wenige fotografieren.

In der Dämmerung kann ich der Versuchung nicht widerstehen, Jupiter zu beobachten, und oops! 5 helle Monde? Da hat sich wohl ein Feldstern dazu gemogelt ...

Jupiter mind 5 Monden?
Jupiter mit 5 Monden? Wer ist da der Eindringling?

Es wird dunkel und Zeit, C/2002 C1 zu beobachten. Er trägt nicht nur den Namen Ikeya-Zhang, sondern auch den klingenden Namen Hevelius, denn er war schon 1661 zu Besuch und wurde damals von Jan Hevel, besser bekannt als Hevelius, entdeckt.

Der Kern ist sehr hell und diffus, bei hoher Vergrößerung (14mm Pentax) erkenne ich eine schalenartige Struktur. Insgesamt wirkt der Kopf leicht überhängend und erinnert an alte Zeichnungen von Kometen. Der Schweif ist heute schmal und ohne nennenswerte Strahlen, kann aber auch an der nicht so optimalen Durchsicht liegen.

Unschwer ist der Komet auch mit freiem Auge zu erkennen, zumal bei indirektem Sehen. Blickweise, wenn auch nicht so deutlich wie an den Tagen zuvor, erscheint er sogar länglich.

Wir beobachten den Kometen bis er untergeht. Dann gibt's noch ein paar Blicke zu den "Stars" des Abends, Saturn und M42, bevor - zumindest - ich einpacke.

Sechsmal in Serie beobachten - nicht übel!