| Beobachter: | Alexander Pikhard |
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| e-Mail: | apikhard@utanet.at
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| Datum: | 29. 03. 2002 |
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| Zeit: | 19.00 MEZ |
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| Ort: | Sofienalpe |
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| Instrument: | 12" Meade LX-200, StarlightXpress MX916, Olympus Camedia
C-3000 |
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| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Ein fast makelloser Abend, und wäre da nicht
der sehr bald aufgehende Mond, wären wir wohl weiter hinaus gefahren.
So aber finden sich sehr viele Beobachter auf der Sofienalpe ein, um den
Kometen C/2002 C1 (Ikeya-Zhang) und andere Objekte zu beobachten. Unter die
vielen Beobachtergrüppchen mischt sich auch ein Radioteam vom ORF, das
die Stimmung fängt und zahlreiche Interviews führt (Sendetermin:
16.4., 17.09 Uhr, Ö1).
Der Abend beginnt mit einem Sonnenuntergang, so schön, so malerisch, wie man ihn sonst nur von Urlauben in südlichere Gefilde kennt. So etwas muß einfach im Bild festgehalten werden ...
Und bald zeigt sich auch die Venus, die allerdings im Fernrohr noch sehr wenig hergibt, man sieht nur ein vom Seeing total zerrüttetes, durch Luftbrechnung zum Spektrum auseinandergezogenes, grelles Scheibchen. Na, es wird ja noch. Aber freisichtig ist die Venus eine Wucht!
Doch jetzt geht es an den Kometen. Ich habe wieder mein schweres 500mm Tele huckepack auf mein LX-200 montiert, wohl wissend, daß das ohne Gegengewichte nur in dieser Lage nahe der unteren Kulmination geht, ohne den Höhenantrieb nachhaltig zu beleidigen. Obwohl der Himmelshintergrund noch hell ist, wage ich Belichtungszeiten von einer Minute. Nicht unproblematisch wegen der Bewegung des Kometen. Dennoch entsteht ein beeindruckendes Bildmosaik aus drei Aufnahmen, bei dem ich aber die Bewegung des Kometen berücksichtigen mußte, weshalb die Sterne im Überlappungsbereich verdoppelt erscheinen.
Deutlich erkennt man den sehr breit gewordenen, mehrfach aufgefächerten Staubschweif, der den dünnen, detailreichen Gasschweif komplett überstrahlt. Der Schweif ist mehrere Grad lang; mit freiem Auge ca. 3°, im Feldstecher bis zu 7°. Obige Aufnahme hat ein Feld von etwa 1° Breite und 1,7° Höhe, zeigt also den inneren Kometenbereich. Mit dem LX-200 und einer Brennweite von F=3000mm nehme ich dann noch Aufnahmen von der Kernregion; das Gesichtsfeld beträgt jetzt nur mehr 10' x 7,5'.
In dieser Aufnahme erkennt man wieder schön die Schalen, die sich vom Kern lösen. Nun kann ich nicht widerstehen. Obwohl der Mond schon aufgegangen ist, richte ich das 500mm Tele auf den Orion - auch dort ergeben sich nocht keine Gleichgewichtsprobleme, er steht schon tief. Und bei fast vollem Mond entstehen die folgenden beiden Aufnahmen mit Belichtungszeiten von jeweils 2 Minuten:
Ich stelle fest: Ein halber Meter Brennweite ist das Optimum für M42 und die MX916. Es war eine gute Entscheidung, das 500er-Tele als Equipment für Namibia auszuwählen!
Das grenzt schon fast an Übermut: Pferdekopfnebel bei Vollmond! Aber er ist da, unverkennbar. Auch wenn ich den Hintergrund nur mit viel Mühe (und einem nicht ganz perfekten Flatfield) wegbekomme. Im Lauf des Abends wird auch oft Jupiter eingestellt - ohne das schwere Tele am LX-200. Dabei mache ich immer wieder Schnappschüsse durch das 14mm Pentax-Okular, und so werden die raschen Veränderungen auf dem Planeten auch deutlich.
Um 18.39 Uhr MEZ ist der GRF (das "R" sehr symbolisch, er ist ganz blaß) deutlich am S-Rand des SEB zu erkennen - deutlicher ist die Bucht im SEB. Um 21.12 ist er verschwunden, doch gerade noch erwische ich ein auffällig rotes Oval im NEB, bevor es verschwindet. Fazit: Eine Bombenstimmung! So soll gemeinsames Beobachten sein!
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