| Beobachter: | Alexander Pikhard |
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| e-Mail: | apikhard@utanet.at
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| Datum: | 30. 03. 2002 |
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| Zeit: | 19.00 MEZ |
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| Ort: | Sofienalpe |
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| Instrument: | 12" Meade LX-200, StarlightXpress MX916, Olympus Camedia C-3000 |
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| Bedingungen: |
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| Bericht: | Gegenüber dem Vortag noch bessere Bedingungen; den ganzen
Tag über strahlend blauer Himmel und unglaublich warm, und auch wenn
es abends abkühlt, ist es noch immer angenehm. Welch eine Wohltat, verglichen
mit den kalten Winternächten, die jetzt hoffentlich bald vorbei sind. Wieder finden sich zahlreiche Beobachter hier ein; man bemerkt, was so ein großer Verein wie die WAA bedeutet: Jeden Abend andere Gesichter hier, und immer ist viel los, tolle Stimmung. Heute sind u.a. Sabine Holuba (mit 4" Newton), Ottokar Lhotsky und Natalie Ebner da. Großes Aufsehen erregen Norbert Zeitlinger von der Kuffner-Sternwarte und seine Begleiterinnen mit einem 100mm Miauchi-Doppelglas. Es stiehlt allen anderen Instrumenten die Show! Wer meint, der Sonnenuntergang vom 29. könne nicht übertroffen werden an Schönheit, irrt. Hier der Beweis:
Es fehlen nur noch Stand, Palmen, die passende Musik und ... eine Cocktailbar! Bald zeigt sich die Venus; ein vorbeiziehendes Flugzeug gibt zunächst ein schönes Motiv ab ...
..., doch später wird der Flugverkehr zum Problem, zumal eine Route genau über den Kometen Ikeya-Zhang verläuft! Mit fortschreitender Dämmerung lauern wir auf den Kometen, und dank meiner Goto-Montierung zeigt bald ein Rohr in die richtige Richtung. Da! Nicht zu verfehlen! Ganz knapp steht er neben Beta Andromedae, nicht viel schwächer, und bildet mit ihm ein nicht zu übersehendes Doppelgestirn, das wir bis zu seinem Untergang verfolgen können. Beta Andromedae? Da ist doch in der Nähe M31. Ob sich das heute schon auf einer Aufnahme ausgeht? Ich wähle ein 50mm f/2.8 Objektiv für meine MX916, das gibt ein Bildfeld von 10° x 7,5°. Und ... es geht sich haarscharf aus!
Die Sternreihe Beta - My - Ny And zieht sich von links nach rechts durchs Feld, knapp bei Beta der Komet mit rund 5° langem Schweif (der Rest verliert sich im Hintergrund, immerhin entstand die Aufnahme in der Dämmerung), und knapp am rechten Bildrand M31, mit rund 4mag deutlich schwächer als der Komet, den man heute auf ca. 3,2mag schätzen kann. Bei dieser Aufnahme mache ich besonders sorgfältig ein Flatfield. Die extrem gute Duchsicht und der noch später aufgehende Mond lassen den Kometen zum vielbestaunten Objekt werden. Mit fortschreitender Dunkelheit erkennt man ca. 2° bis 3° Schweif mit freiem Auge, viel mehr noch im Feldstecher. Eine Wucht ist der Komet im Miauchi! Aber auch im LX-200 mit 40mm Pentax-Okular kommen die Schalen um den Kern deutlich heraus. Ich rüste das LX-200 um auf f/6.3 (F=1890mm) und mache einige Aufnahmen vom Schweif, um ein Mosaik zu erstellen. Nicht einfach, die Aufgabe, da sich der Komet bewegt und sich der Schweif laufend verändert. Ich arbeite sehr schnell, mit Erfolg.
Als der Komet schon sehr tief steht, verabschieden sich die meisten Beobachter. Da der Mond noch nicht aufgegangen ist, kann ich der Versuchung, noch ein paar Deep-Sky-Objekte aufzunehmen, nicht widerstehen. Zumal das Seeing gut ist und der Wind kaum stört. Die folgenden Aufnahmen entstehen alle am LX-200 bei f/6.3.
Die Einzelaufnahmen von M65 und M66 werden um 200% vergrößert, korreliert und addiert, ein Niedringbandfilter entfernt das Rauschen, dann logarithmisch skaliert, wieder verkleinert auf die Orignalgröße und mit einer unscharfen Maske versehen. Die Ausarbeitung wurde so gewählt, um die hellen Knoten in den Spiralarmen zu betonen. Ja, es wird Frühling, sie sind wieder da ... Wer? Die Kugelsternhaufen! Zuminest einer, M3, und dank des guten Seeing gelingt eine wirklich schöne Aufnahme:
M3, 10 Sekunden Auch diese Aufnahme wird logarithmis skaliert, so kommt der Kugelcharakter deutlich heraus. Zu guter Letzt darf das obligate Jupiterbild nicht fehlen, 1/30 Sekunde durch das 14mm Pentax-Okular mit der Digitalkamera.
Diesmal wende ich viel Zeit zur Nachbearbeitung auf, mit Astroart bearbeite ich die Farbauszüge (R, G, B) einzeln und bilde dann ein neues Kompositbild. Das Ergebnis, im Farbkontrast verstärkt, kommt dem Anblick im Fernrohr schon recht nahe. Zahlreiche Strukturen vor allem am N-Rand des NEB, aber auch in der EZ und am S-Rand des SEB sind deutlich zu erkennen. Zwei NTBs, zwei STBs, EB leicht aus der Mitte gerückt, und wieder zwei der auffälligen roten Ovale, die heuer dem NTB seine intensive Farbe verleihen. Fazit: Wieder eine traumhafte Nacht, und das an einem Wochenende - noch dazu zu Ostern! Frohe Ostern allen unseren Mitgliedern und Freunden! |
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