Abendhimmel

Payerbach/NÖ, 11. 05. 2002

20020511wvo20.html

Beobachter:Wolfgang Vollmann
 
e-Mail:vollmann@ping.at
 
Datum:11. 05. 2002
 
Zeit:20.30 bis 23.45 MEZ
 
Ort:Payerbach/NÖ
 
Instrument:Newton 45/204cm
 
Bedingungen:

Durchsicht:1 Freis. vis. Grenzgröße:6.0
Aufhellung:keine Angabe Seeing:keine Angabe
Wind:keine Angabe aus keine Angabe  
Temperatur: Luftfeuchtigkeit:
Sonstige Bemerkungen:


 
Bericht:

Schon wieder aufgeklart nach einem Gewitter! Um 20h35m MEZ erwische ich wieder Venus und Mars im Fernglas 16x70: gegen gestern hat sich der Anblick deutlich geändert: Venus steht nun oberhalb und etwas links von Mars und ist auch etwa doppelt so weit von Mars entfernt wie gestern: heute sind es schon 37 Bogenminuten: sie läuft jetzt Mars davon.

Heute schaue ich mit dem Fernrohr, einem Newton 45/204cm auf Dobson-Montierung: es ist nach dem Gewitter sehr feucht, aber eine Taukappe bräuchte ich für den Kopf und nicht das Fernrohr! Komet Ikeya-Zhang ist natürlich wieder mit freiem Auge zu sehen: ein kleiner Nebelfleck. Ich schätze die Helligkeit auf 5,2mag. Im 45cm Newton ist der Komet bei 85x eine Pracht: die Koma ist riesig, etwa 12' Durchmesser und etwas grünlich. In der Mitte ist ein sternartiger Kern sichtbar. Auffallend ist der dünne Schweif, der etwa ein Gesichtsfeld (45') zu verfolgen ist. Er ist im großen Newton viel deutlicher zu sehen als gestern im Fernglas 16x70. Bei höherer Vergrößerung von 227x ist der Kern nicht mehr ganz sternartig, sondern etwas flächig im Vergleich mit den Sternen im Feld. Die flächige Verdichtung erscheint gelb.

M 61 Vir ist eine schöne Spiralgalaxie im Virgo-Galaxienhaufen. Bei 227x zeigt sie drei Spiralarme: der hellste zieht von Westen nach Norden und enthält zwei hellere Fleckchen, Teile weiterer zwei Arme sehe ich im Süden und Südosten. Die Scheibe der Galaxie zeigt in Momenten guten Seeings weitere Helligkeitskonzentrationen und erscheint fleckig. Beim späteren Vergleich meiner Skizze am Fernrohr mit einem Foto im "Night Sky Observers Guide" von Kepple und Sanner kann ich viele gezeichnete Einzelheiten auf dem Foto wiederfinden.

Nicht weit vom Zentrum des Virgo-Haufens sind die "siamesischen Zwillinge", NGC 4567 und 4568: beide erscheinen bei 227x deutlich länglich 3:1 und berühren sich an der Ostseite. Die nördliche Galaxie hat einen deutlich sichtbare zentrale Verdichtung mit sternartigem Kern und eine weitere Helligkeitskonzentration östlich des Kerns, die südliche ist weniger stark zentral verdichtet und zeigt auch eine weitere Helligkeitskonzentration.

Neben einigen anderen Sehenswürdigkeiten beschließe ich den Abend um 23h45m MEZ mit dem Ringnebel in der Leier, M 57. Bei 227x erscheint er eher wie eine Zitrone, die innen ein wenig ausgehöhlt ist: also nicht rund, sondern etwas zusammengedrückt und etwas "ausgefranst" an den Schmalseiten. Innerhalb des Rings ist deutlich heller Nebel zu sehen. Ich brauche 408x um den Zentralstern einigermassen deutlich zu sehen: das Seeing ist heute nicht perfekt, aber brauchbar und läßt ihn durchaus erkennbar werden.