Beobachtung

Edlach/Rax NÖ, 18. 05. 2002

20020518sfl21.html

Beobachter:Thomas Schröfl
 
e-Mail:schroefl@via.at
 
Datum:18. 05. 2002
 
Zeit:21.00 MESZ
 
Ort:Edlach/Rax NÖ
Geogr. Länge:15+48+11++
Geogr. Breite:47+41+21++
Seehöhe:600
System:

 
Instrument:Nexstar11GPS, Olympus Camedia 4040
 
Bedingungen:

Durchsicht:2 Freis. vis. Grenzgröße:5.0
Aufhellung:3 Seeing:keine Angabe
Wind:kein aus keine Angabe  
Temperatur:16 °C Luftfeuchtigkeit:
Sonstige Bemerkungen:


 
Bericht:

Endlich!!! Schlechtwetter und sonstige Hindernisse haben mich schon daran zweifeln lassen. Aber am Samstagabend war es dann endlich soweit, obwohl am Nachmittag dunkle Wolken noch das Schlimmste befürchten ließen. 2. First Light, diesmal nicht von der sichteingeschränkten Terrasse aus, sondern vom Flachdach aus der neuen Astro-Kuppel. Erste Erfahrung: Der eingeschränkte Überblick aus dem Kuppelspalt macht einem Newcomer in diesem Hobby bei der Orientierung ganz schöne Schwierigkeiten. Aber Komfort hat seinen Preis und Routine wird sich mit der Zeit wohl erlernen lassen. Planung für den heutigen Abend: kein hastiges Herumhopsen am Himmel sondern auschließliches Ausnützen der günstigen Mondphase. Neben guter Durchsicht habe ich heute vor allem das Glück guten Seeings. Erstmals bringen Vergrößerungen bis 200x wirklich ein Mehr und nicht nur ein Größer. Nach dem ersten schon faszinierenden Blick durch das 35mm Panoptic kommt der entscheidende Augenblick. Wird das Baader-Bino halten was es verspricht? Wird sich das lange Warten und der Preis bezahlt machen? Vorweg ein mehr als eindeutiges Ja! Nach wenigen Minuten habe ich den richtigen Pupillenabstand und die richtige Einblickstellung gefunden. Was sich dann bietet ist Apollo-like. So muß sich der Apollo 8 Crew und ihren Nachfolgern der Anblick unseres Trabanten im Lunarorbit dargeboten haben. Nach den Gesetzen der Optik kann ein Fernrohr, durch Prismen aufgeteilt auf zwei Augen, kein Stereobild ergeben. Fehler des Gesetzes: es berücksichtigt nicht, was ein menschliches Hirn aus zwei Bildsignalen komponieren kann. Ein netter Nebeneffekt: das lästige Zukneifen des zweiten Auges fällt auch weg. Ich lasse Rükl beiseite. Wie was heißt und was es ist, ist heute völlig egal. Es geht mir nur mehr um das visuelle Genießen. Mit den Cursortasten steuere ich mein Teleskop über die gesamte Mondoberfläche, als hätte ich eine Mondlandefähre mit unendlicher Treibstoffreserve. Im Nu sind mehr als zwei Stunden vergangen. Schnell rüste ich noch auf monokular um, damit die Camedia auch noch zu Ehren kommen kann. Fürs erste ein ganz gutes Ergebnis. Hier wird sich an Aufnahmetechnik und Nachbearbeitung sicher noch feilen lassen. Dann noch ein 1. Versuch mit Fotografie in Okularprojektion: kompliziert und zappenduster. Ob ich mir das antun werde ist mehr als fraglich. Da scheint die Zukunft bei der WebCam zu liegen. Facit: ein unvergeßlicher Abend.