| Beobachter: | Alexander Pikhard |
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| e-Mail: | apikhard@utanet.at
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| Datum: | 30. 05. 2002 |
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| Zeit: | 20.20 bis 00.15 MESZ |
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| Ort: | Sofienalpe |
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| Instrument: | 12" Meade LX-200, StarlightXpress MX916 |
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| Bedingungen: |
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| Bericht: | Nach längerer Zeit wieder einmal ein einigermaßen schöner
Beobachtungsabend mit einigen interessanten Zielen; zum einen Venus und Jupiter
in der Dämmerung, die schon recht nahe aneinander herangerückt
sind. Dann noch einiges an künstlichen Objekten, allen voran ISS und
zwei helle Iridium-Flares. Die Stimmung an diesen lauen Abend, der durchaus schon als sommerlich bezeichnet werden kann, ist wieder einmal kitschig-schön. Zur malerischen Dämmerung gesellen sich die Stimmen der sommerlichen Futterwiesen, vor allem das Gezirpe der Grillen.
Abendwolken im Nordwesten
Venus und Jupiter in der Dämmerung, im Vordergrund versucht mein 12", auszukühlen
Stimmungsbild: Venus und Jupiter aus der Sommerwiese Also ehrlich: Ohne Vordergrund geben Venus und Jupiter nicht so viel her, aber mit dieser Kulisse ... Im Vorfeld wurde in den Medien jede Menge über die Passagen der Raumstation ISS berichtet; warum ist unklar, denn so etwas außergewöhnliches ist das ja auch nicht. Offenbar ist schon Sommer und den Medien mangelt es an Themen. Uns kann es nur recht sein. Denn zahlreiche Schaulustige verirren sich auf die Sofienalpe und kommen so zu einem Kontakt mit dem Sternenhimmel. Die Passage der ISS verläuft wie üblich. Ich versuche, sie mit dem LX-200 einzufangen, doch sie ist zu schnell, um Details zu erkennen. Ich muß endlich die Steuersoftware installieren, mit der das Teleskop automatisch Satelliten verfolgen kann. Auch der erste Iridium-Flare hält, was er verspricht. Mit -6 mag ist er spektakulär und auch recht lang. Ich nehme ihn mit der Digitalkamera auf, zwei Belichtungen zu je 16 Sekunden zeigen (fast) den gesamten Verlauf des Flare.
Iridium-Flare in der Cassiopeia, 2 x 16 Sekunden mit 3 Sekunden Pause. Rund 5 Minuten später erwarten wir an der gleichen Stelle noch so einen hellen Iridium-Flare, doch er ist ein "Rohrkrepierer", wird nicht einmal +2mag hell. Jetzt ist es endlich so dunkel, daß man an astronomische Beobachtungen denken kann. Visuell waren in der Dämmerung noch Epsilon Lyrae und Gamma Virginis meine Ziele; letzerer erscheint im 21mm Pentax nur mehr länglich, ist nicht mehr zu trennen! Jetzt sind es vor allem die Kugelsternhaufen (M3, M13, M92) und der Ringnebel in der Leier (M57), die wir bewundern. Und da ist dann noch der Komet Ikeya-Zang. Er steht mittlerweile im - Südsüdosten! In der Zeit, in der wir ihn beobachtet haben, ist er von Nordwesten über Norden, Nordosten, Osten fast bis in den Süden gewandert, hat also über unseren Köpfen fast drei Viertel des Himmels durchwandert. Jetzt sind alle eingeladen, sich zu überlegen, wie das funktioniert!
Komet Ikeya-Zhang, 12" LX-200, 1890mm, 20 Sekunden Der Komet ist jetzt schon merklich schwächer und auch kleiner geworden. Seine große Zeit geht endgültig zu Ende. Zum Abschluß experimentiere ich noch mit Aufnahmen von M13, erstmals im hochauflösenden Modus der MX916, in dem ich STAR2000 nicht zur Nachfürkontrolle einsetzen kann. Aus 5 Aufnahmen zu je 10 Sekunden entsteht prinzipiell ein gutes Bild, leider ist das Seeing nicht optimal.
M13, 5 x 10 Sekunden bei F=3000 am LX-200, Bildausschnitt, Originalgröße Gegen Mitternacht ziehen Wolken auf, die zweite Passage der ISS bleibt unsichtbar. |
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