Beobachtung

Edlach/Rax NÖ, 30. 05. 2002

20020530sfl21.html

Beobachter:Dr, Thomas Schröfl
 
e-Mail:schroefl@via.at
 
Datum:30. 05. 2002
 
Zeit:21.30 MESZ
 
Ort:Edlach/Rax NÖ
Geogr. Länge:41 41 21
Geogr. Breite:15 48 11
Seehöhe:600
System:

 
Instrument:Nexstar11GPS, Fernglas 8x56
 
Bedingungen:

Durchsicht:1 Freis. vis. Grenzgröße:5.5
Aufhellung:2 Seeing:keine Angabe
Wind:kein aus keine Angabe  
Temperatur:10 °C Luftfeuchtigkeit:
Sonstige Bemerkungen:leichte Aufhellung N bis O (Wien, Wr. Neustadt usw.)


 
Bericht:

Ich nütze zunächst die späte Dämmerung um freisichtig und mit Fernglas Jupiter und Venus zu beobachten. Knapp über der Silhouette der Rax gegen den immer dünkler werdenden Abendhimmel ein sehr schöner Anblick, den ich auch fotografisch festhalte. Dann ist es Zeit das Teleskop startklar zu machen. Beim Alignmentprozeß möchte ich diesmal einen Tip aus der Yahoo-group aufgreifen (möglicherweise auch für Besitzer von nicht Celestron Go-To-Teleskopen interessant; kommt auf die software an): nach Beenden der Beobachtung Teleskop nicht abschalten sondern nur Tracking auf off stellen. So bleiben alle Daten gespeichert und man kann am nächsten Abend sofort loslegen. Ich zentriere beim Alignment die Referenzsterne Arcturus und Vega mit dem Micro-Guide 12,5mm = 224x exakt aufs Fadenkreuz, sodaß beim Anfahren die Objekte auch bei 200x fast zentrisch im Bildfeld stehen. Ergebnis vorweggenommen: nach 24 Stunden ist das Alignment noch immer so präzise, daß die Referenzsterne bei 80x sicher im Bildfeld stehen und ein rasches Realignment wieder die alte Präzession herstellt. Die heutigen Verhältnisse (mondlos, gute Durchsicht, gutes Seeing, geringe Aufhellung) lassen mich die vorbereitete Beobachtungsplanung in die Tat umsetzen. Es geht auf die Jagd nach Deep Sky Objekten, Kugelsternhaufen und Galaxien. Die Kugelsternhaufen M3, M5 und M13 zeigen sich schon bei 80x recht gut aufgelöst. Meine Vorstellung von ihrer visuellen Helligkeit muß ich jedoch etwas nach unten revidieren. Hier ist die Photonenaddition von Film und CCD dem Auge eben überlegen. Mit Steigerung der Vergrößerung auf 133x und 200x lassen sie sich sehr weit, fast bis zum Zentrum auflösen. Über 200x ist kein Gewinn mehr zu verzeichnen. 200x zeichnet sich immer mehr als das Limit für mein Gerät unter meinen durchschnittlichen Sichtbedingungen in Edlach ab. Nun sind zum erstenmal Galaxien dran. Von Fotos a la Hubble verwöhnt bin ich neugierig was sich visuell bietet. Am Plan stehen M 51, M63, M64, M65/66, M81, M82, M104 und M106. Alle sind mehr oder minder deutlich als nebelige Flecken zu erkennen. Auch hier probiere ich 80x, 133x und 200x. Subjektiv empfinde ich 133x als die beste Vergrößerung. Besonders gut erkennbar sind M81 und M106. Indirektes Sehen hebt die Galaxien schlagartig noch um einiges deutlicher vom Hintergrund ab. Wegen des bevorstehenden Überfluges der ISS muß ich eine Betrachtung in Muße auf morgen verschieben. Pünktlich um 23:48 taucht die ISS über der Rax auf. Ganze 7 Minuten dauert der Überflug den ich freisichtig und mit Fernglas verfolge. Wie fast nicht anders zu erwarten verlangt gleichzeitig meine kleine Tochter + wohl nach einem schlechten Traum + nach ihrem Vater, sodaß ich den Abend beenden muß.