| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||||||||||||
| e-Mail: | apikhard@utanet.at | ||||||||||||||||||||||
| Datum: | 11. 06. 2002 | ||||||||||||||||||||||
| Zeit: | 21.00 MESZ | ||||||||||||||||||||||
| Ort: | Ebenwaldhöhe | ||||||||||||||||||||||
| Instrument: | Diverse | ||||||||||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Wir haben wieder einmal die Ehre, Gerald Rhemann bei der Einschulung seiner Kunden unter freiem Himmel zu helfen. Diesmal sind die Bedingungen - zunächst - zumindest brauchbar, im Lauf der Nacht wird es dann zeitweise wirklich erstklassig. Es ist so ziemlich alles an Instrumenten vertreten, was in Amateurkreisen verbreitet ist: Vom 4" Bresser Refraktor über 6" Newton zu einigen 8" Newtons unterschiedlicher Brennweite und auch einem SC, dann ein C-11 und ein 12,5" Dob. Eine ideale Deep-Sky-Flotte, die in dieser Nacht auch einiges leistet.
Zunächst sind unsere Blicke nach Westen gerichtet, wo Venus und Jupiter in einer kitschig-fotogenen Abenddämmerung versinken. Im Fernrohr geben sie nicht mehr viel her. Dann erweckt die Passage der ISS mit angedockter Endeavor unsere Aufmerksamkeit, das rasch bewegte Objekt wird heller als die Venus!
Dann geht es ans große Vergleichen. Zuerst, es ist noch hell, Epsilon Lyrae, kann klarerweise in allen Instrumenten aufgelöst werden, vorausgesetzt, das richtige Okular kommt zum Zug.
Dann geht es an die Deep Sky-Objekte. Am Beispiel von M13 können wir wunderbar verfolgen, wie sich das Objekt vom Vierzöller und Standardokular bis zum C11 und zum 12,5" Dob mit Weitwinkelokularen entwickelt. Da die Gruppe sehr klein ist, können wir alle in Ruhe vergleichen. Dann M57. Hier wird deutlich, was ein UHC- oder gar ein O-III-Filter bringt. Umwerfend! Die Nacht wird jetzt auch sehr transparent und die Bilder werden extrem eindrucksvoll. Im großen Dob bleibt kein Auge trocken, doch auch der 6" Newton fällt zum zweiten Mal sehr positiv auf. Einige weitere Nebel. Crescent- (NHC 6888) und Cirrus-Nebel (NGC 6992) sind zwar schon eine Herausforderung, doch vor allem in den größeren Instrumenten mit O-III-Filter und guten Okularen so umwerfend, daß sogar die "alten Hasen" aus dem Staunen nicht herauskommen. Immer wieder bilden sich Gruppen um die Instrumente.
Ein paar Blicke zum Kometen Ikeya-Zhang, er ist jetzt schon sehr schwach geworden. Aber immer noch deutlich und man erkennt auch einen Schweifansatz. Auch der Lagunen-Nebel sorgt für "Schlagzeilen", denn wir können ihn in weniger als 10° Höhe sehr gut beobachten. Viele andere Objekte werden zwischendurch angeschaut, z. B. M27, die Galaxien M81 + M82, M51 (jeweils im 12,5" Dob eine Wucht) und M101, diese eher enttäuschend, der Blue Snowball (NGC 7662), der Kugelsternhaufen M5 usw. Die Nacht entwickelt sich zeitweise erstklassig. Und die Stimmung war exzellent, das Niveau sehr hoch, also ein durch und durch erfolgreicher Instrumentenvergleich.
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