| Beobachter: | Dr. Thomas Schröfl | ||||||||||||||||||||||
| e-Mail: | schroefl@via.at | ||||||||||||||||||||||
| Datum: | 14. 06. 2002 | ||||||||||||||||||||||
| Zeit: | 21.30 MESZ | ||||||||||||||||||||||
| Ort: | Edlach/Rax NÖ
| ||||||||||||||||||||||
| Instrument: | NexStar11GPS | ||||||||||||||||||||||
| Bedingungen: |
| ||||||||||||||||||||||
| Bericht: |
In einer besonders schönen Abenddämmerung ? orange-rot leuchtende zarte Wolken ? steht zunächst Venus und die Mondsichel freisichtig am Programm. Freisichtig deshalb, weil gerade ein paar verbliebene Bäume des Nachbars, die meiner Schlägerung nicht zum Opfer fielen, die Sicht aus der Kuppel nach Westen beeinträchtigen. Ich nütze den schönen Anblick wieder für ein paar Aufnahmen auf Diafilm und mit der Camedia. Gegen 23:00 ist es endlich dunkel genug. Bevor ich ans Gerät gehe genieße ich vom Dach aus den heute prachtvollen Sternenhimmel. Deutlich zieht sich die Sommermilchstraße wie ein matt leuchtendes Nebelband in N-S-Richtung. Noch von der letzten Beobachtung beeindruckt, wende ich mich zunächst wiederum M 3, 5 und 13 zu und gönne mir fast eine Stunde zu Beobachtung. M 13 wird zu meinem absoluten Favoriten. Eine gute Dunkeladaption und Muße sind die halbe Miete. Langsam stellt sich auch schon etwas Übung beim indirekten Sehen ein und eröffnet neue Aspekte des Beobachtens. Immer mehr kristallisiert sich das 35mm Panoptic mit 80x als das Standardokular heraus. Nochmals vielen Dank an Gerald Rhemann für diesen Tip. Nach den ersten beeindruckenden Versuchen mit dem Baader-Bino am Mond, will ich jetzt auch seine Deep-Sky-Tauglichkeit testen. Nach kurzem Umbau bleibt mir schlicht und einfach die Luft weg. M 13 am Bino mit zwei 35mm Baader eudiaskop. Okularen ist eine Sensation. Gestochen scharf, enormer Kontrast und praktisch bis ins Zentrum aufgelöst. Und zu dem allen ein unerhört plastischer Bildeindruck. Nächstes Ziel am Beobachtungsplan sind NGC 7000, M 17, Gamma Cygni und die Nebelgruppe NGC 6960, 6979, 6992 und 6995. Doch zunächst spielt mit die Technik einen Streich indem sich erstmals der Handcontroller aufhängt und einen kompletten Neustart notwendig macht. Lediglich M 17 und den Nebel um Gamma Cygni kann ich visuell wahrnehmen, das aber sehr deutlich. Für morgen plane ich dem Nordamerikanebel einmal mit einer 50+en Brennweitenreduzierung und dementsprechend großem FOV zu Leibe zu rücken. Einmal muß er sich ja zeigen. Auch wenn meine derzeitige Alt/Az-Montierung eigentlich nicht fototauglich ist, probiere ich doch, vor allem zu Filmtestzwecken ( Farbverhalten und Hintergrundaufhellung beim Kodak P1600), mit der Huckpack-Camera und 50mm und 180mm Brennweite einige Nebelaufnahmen mit einigen Minuten Belichtungszeit und ohne ? bei Alt/Az wohl sinnloser ? manueller Nachführung. Nach meinen bisherigen Erfahrungen sollte sich die Bildfeldrotation noch nicht bemerkbar machen und auch Nachführfehler in Grenzen halten. Bin schon auf die Ergebnisse gespannt. Um 02:00 beende ich eine eindrucksvolle Astronacht wegen nicht mehr bekämpfbarer Müdigkeit.
| ||||||||||||||||||||||