Beobachtungsabend

Sofienalpe, 22. 06. 2002

20020613api23.html

Beobachter: Alexander Pikhard
e-Mail: apikhard@utanet.at
Datum: 22. 06. 2002
Zeit: 20.45 - 23.00 MESZ
Ort: Sofienalpe
Instrument: 12" Meade LX-200
Bedingungen:
Durchsicht: 1+ Freis. vis. Grenzgröße: 4.0
Aufhellung: 4 (Mond)
Seeing: 3
Wind: kein
Temperatur: 25 °C Luftfeuchtigkeit:
Sonstige Bemerkungen: wolkenlos und windstill
Bericht: Auch wenn es zwei Tage vor Vollmond ist - der Himmel in den späten Nachmittagsstunden ist so tiefblau, daß es mich nicht hält und ich einen Abend auf der Sofienalpe allen anderen sommerlichen Aktivitäten vorziehe - auch wenn es beim Verladen des Equipment noch mehr als 30°C hat und ich gehörig ins Schwitzen komme.

Auf der Sofienalpe erwartet mich ein traumhafter Sommerabend; Grillengezirpe liegt über den frisch gemähten Wiesen, das nur dann verstummt, wenn Jogger durch die Wiese eilen.

1
Sonnenuntergang - so weit im Nordwesten wie es nur geht

Wenig später quält sich der Mond aus dem Südosten herauf; noch fehlen ihm zwei Tage zum Vollmond und die herrliche Gegend um Aristarch steht am Terminator.

2
Mondaufgang in der Dämmerung

3
Mond in der Dämmerung, 50mm Plössl-Okular

Das Seeing ist nicht überragend, trotzdem versuche ich eine Detailaufnahme von Aristarch, Herodot und dem Schrötertal. Ich brauche viele Versuche, doch eine Aufnahme taugt halbwegs.

4
Aristarch, Herodot und Schrötertal, bei leider sehr
schlechtem Seeing.

Venus strahlt als einziger Planet vom Himmel. Zuerst taucht sie hoch in der Dämmerung auf, versinkt dann im Lauf des Abends tief im Nordwesten.

5
Venus, durch 26mm Plössl

Mittlerweile ist die Phase der Venus deutlich geworden.

In der fortgeschrittenen Dämmerung versuche ich mich mit SatelliteTracker an ein paar Erdsatelliten, und dank Martin Kellners Hinweisen bringe ich heute auch kontinuierliches Nachführen zustande. Der Dauerpiepton des LX200 stört zwar die abendliche Stimmung, aber ich kann zwei Satelliten ohne Probleme verfolgen.

EROS A1 ist ein sehr heller Satellit ohne Details und ohne Helligkeitsschwankungen. Die Raktenstufe Feng Yun 1D hingegen ist deutlich länglich und rotiert um die Querachse, sodaß sich eine deutliche, kurzperiodische Helligkeitsschwankung ergibt.

Dann ein paar Doppelsterne. Gamma Virginis ist immer noch zu trennen, trotz des schlechten Seeings. Bin gespannt, bis wann. 2010 wird der scheinbare Abstand im Periastron nur mehr 0,3" betragen, das geht dann definitiv nicht mehr.  Beta Scorpii nahe dem Mond ist natürlich kein Problem.

Ab 22.30 Uhr kann man in der aufgehellten Nacht doch auch ein paar Deep Sky-Objekte betrachten; M3, M13 und M57 sind durchaus schön, und es zeigt sich, daß für diese hellen Objekte einfach gute Durchsicht genügt, dann stören Mond und späte Dämmerung auch nicht so sehr.