| Beobachter: | Dr. Thomas Schröfl | ||||||||||||||||||||||
| e-Mail: | schroefl@via.at | ||||||||||||||||||||||
| Datum: | 23. 06. 2002 | ||||||||||||||||||||||
| Zeit: | 22.30 MESZ | ||||||||||||||||||||||
| Ort: | Edlach/Rax NÖ
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| Instrument: | NexStar11GPS | ||||||||||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Nachmittägliche Quellwolken lösen sich zu Dämmerungsbeginn auf, doch stellt sich gegen Ende der Dämmerung wiederum leichte Bewölkung ein. Ein erster Blick auf den Mond verheißt nichts Gutes. Der tiefe Mondstand begünstigt noch das schlechte Seeing; es wabbert kräftigst. Und dazu noch die ungünstige sehr kontrastlose Mondphase, da helfen auch Filter nicht mehr viel. Ich mache aus der Not eine Tugend und teste das soeben als freeware erschienene Programm Virtual Moon Atlas (Link von Ludwig Grandy). Recht praktisch und informativ, vor allem die Fülle an Informationen zu den einzelnen Formationen und die Möglichkeit sich nahezu jedes Objekt auch als Foto vom Lunar Observer darstellen zu lassen ist beeindruckend. Zwei kleine Kritikpunkte: sehr nützlich wäre die Möglichkeit das Bild spiegeln und so dem Anblick im Okular anpassen zu können. Zur 3D-Darstellung verwendet das Programm OpenGL display (was immer das ist). Während es auf meinem Home-PC unter Windows 2000 problemlos läuft, gibt+s am Laptop Macken. Anscheinend irgendwelche Konflikte mit der Grafikkarte (manchmal schwarzer Streifen um unteren Bildrand und der Bildschirmschoner fängt auch gelegentlich zu spinnen an). OpenGL lässt sich zwar wegschalten, aber dann verliert man auch eines der schönsten features nämlich die Darstellung des Terminators. Aber irgendwann kommt sicher eine Version 1.x. Obwohl heute alles andere als Deep-Sky angesagt ist, kann ich doch zwei Objekte nicht auslassen: M56 läßt sich leider nur mehr erahnen als sehen. Die Aufhellung durch das Mondlicht und ein sichtlich von der Mondbetrachtung noch nicht wirklich dunkeladaptiertes rechtes Auge geben nicht mehr her. Nachdem uns Andi Berthold am vergangenen Mittwoch M57 gezeigt hat, will ich den Unterschied zwischen 100mm-Refraktor und 11 Zoll-SC doch sehen. Trotz der starken Aufhellung ein schöner Ring. Bei wirklich dunklem Himmel und gutem Seeing muß da noch einiges drin sein. Vor allem reizt natürlich der Versuch den Zentralstern auszumachen. Der planetarische Nebel NGC 6543 läßt sich bei den heutigen Bedingungen gerade noch als kleiner verwaschener Fleck ausmachen. Das beste unter den heutigen Bedingungen scheint noch das Beobachten von Doppelsternen zu sein, ein Beobachtungsgebiet, mit dem ich mich bisher noch nicht beschäftigt haben. Ich starte bei Albireo, wo der Farbunterschied zwischen gelb und blau richtiggehend ins Auge springt. Dann folgen eta Lyrae 1 u.2, Mizar und Alcor. Erst bei Polaris wird es mit der Trennung eng, aber mehr als 133x ist heute einfach nicht drin. Hoffnungslos heute hingegen Trennungsversuche bei Dubhe, Pherkad und kappa Drac. 5 u.6. Mit einem kurzen Streifzug zu den Clustern NGC 884, 869 und 6811 beende ich den +lichtvollen+ Abend.
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