| Beobachter: | Alexander Pikhard (ed.) | ||||
| e-Mail: | apikhard@utanet.at | ||||
| Datum: | 21. 05. 2003 | ||||
| Zeit: | 19.30 bis 21.30 MESZ | ||||
| Ort: | Dachgeschoss der Firma Cards & Systems, Wien 3 | ||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Zum zweiten Mal dürfen wir dankenswerter Weise bei Cards&Systems unsere Sternguckerschule abhalten. Diesmal meint es das Wetter nicht gut mit uns, es regnet in Strömen. Dafür haben wir mehr Zeit zum Plaudern. Der Rückblick dreht sich nicht so sehr um die Objekte und Erscheinungen, die wir das letzte Mal besprochen haben, sondern mehr um die beiden grossen Ereignisse der vergangenen Wochen:
Doch immerhin ein paar Jupitermonderscheinungen wurden doch beobachtet, und natürlich jede Menge Deep Sky beim
Heute haben wir als Rahmenthema die Jungfrau gewählt. Dieses Sternbild, das ausser Spica keine sehr hellen Sterne aufzuweisen hat, steckt voll an Beobachtungsobjekten für kleine und mittlere Fernrohre, und der berühmte Sombrero-Nebel (M104) ist sogar etwas für Feldstecher. Er ist auch ganz leicht zu finden mit einer Sternreihe, die bei Gamma im Raben beginnt und wie ein Pfeil auf die schöne Galaxie zeigt. Der Virgo-Galaxienhaufen enthält unzählige Galaxien, und viele davon liegen schon in der Reichweite kleiner Fernrohre, gute Bedingungen vorausgesetzt. Besonders faszinierend ist die sogenannte Markarian-Kette, ein Bogen aus hellen Galaxien. An ihrem Ende liegt das Feld mit den beiden hellen Galaxien M84 und M86. Je nach Fernrohr kann man hier zwischen vier und neun oder mehr Galaxien auf einmal im Gesichtsfeld erleben! Für Freunde des Star-Hopping wird noch ein exotisches Objekt vorgestellt: Der Kugelsternhaufen NGC 5634 nahe der Grenze zur Waage - damit niemand sagen kann, in der Jungfrau gibt's nur Galaxien.
Ein "Zuckerl" ist der Doppelstern Gamma Virginis (Porrimma): Seine Komponenten stehen 2005 im Periastron und von jetzt bis zum Jahr 2007 wird sich der Positionswinkel um mehr als 180° ändern, der Abstand von derzeit 0,8" auf 0,3" im Jahr 2005 verringern und dann wieder ansteigen. Eine Herausforderung für mittlere und größere Fernrohre, aber auch eine der seltenen Gelegenheiten, rasche Veränderungen im Bereich der Fixsterne zu verfolgen. Wer ist der letzte, der Gamma Vir noch trennen kann, und wer wird ihn als erste(r) wieder trennen? Oder kann ihn gar jemand über das Perigäum verfolgen? Wenn ja, wie?
Den Abschluss bilden Ausblicke auf
Nächstes Mal werden wir uns die Gegend um den hellen Stern Arktur vornehmen und Beobachtungstipps für Doppelsterne lernen. Hoffentlich spielt das Wetter wieder mehr mit. | ||||