| Beobachter: | Dr. Thomas Schröfl | ||||||||||||||||
| e-Mail: | schroefl@via.at | ||||||||||||||||
| Datum: | 23. 05. 2003 | ||||||||||||||||
| Zeit: | 21.00 bis 00.30 MESZ | ||||||||||||||||
| Ort: | Edlach/Rax
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| Instrument: | Miyauchi 20x77, Nexstar 11GPS | ||||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Heute steht die schon längst fällige Kollimation des Nexstar auf dem Programm, nachdem das extrafokale Sternbild doch schon einem sehr schiefen Donut gleicht. Nicht weniger als rund fünf Monate habe ich gewartet bis aus Amerika das Kollimationsokular von EZ Telescopes eingetroffen ist. Das lange Warten hat sich gelohnt, denn es hält was es verspricht. Bevor es richtig dunkel wird sehe ich mir in der Dämmerung mit dem Miyauchi schnell einmal Jupiter und die gallileischen Monde an. Dann geht+s ans Kollimieren. Das Okular mit 25mm hat neben einem Fadenkreuz 10 konzentrische Ringe. Zunächst wird ein Stern genau aufs Fadenkreuz gestellt und dann soweit defokusiert, daß der Sekundärspiegelschatten genau in den 2. oder 3. Ring paßt. Dann läßt sich recht leicht prüfen, ob der helle Ring konzentrisch ist. Natürlich nicht. Bei http://home.att.net/~starastronomy/Astrophotos/Articles/sct-collimation.htm habe ich eine sehr nützliche Anleitung gefunden, wie man schnell feststellen kann, welche Schraube in welche Richtung gedreht werden muß. Ohne Assistenten ist es doch ein mühseliges Unterfangen ständig vom Okular zum Tubus zu wechseln, einen kleinen Dreh am Schräubchen zu tun, wieder ans Okular, neu zentrieren und wieder kontrollieren wieder Nachjustieren usw. und das Ganze dann nochmals mit einer 2-fach Barlow zu Feinjustage. Über eine Stunde nimmt die Prozedur in Anspruch. Bis ich dann ein Alignment durchgeführt habe und zum Beobachten komme ist es dann schon 23:45. In Erinnerung an die Sternguckerschule vom letzten Mittwoch wage ich mich an Gamma Virginis (Porrima). Das 35mm Panoptic mit 70x dient wirklich nur zum Auffinden. Trennen läßt sich mit dieser Vergrößerung wahrlich nichts. Auch das Pentax 10,5 mit 267x bringt keinerlei Erfolg, außer daß die Grenze des Seeings schon überschritten ist. Irgendwo im Hinterkopf habe ich, daß es beim Splitten von Doppelsternen durchaus erlaubt ist die Grundsätze über die maximale sinnvolle Vergrößerung zu vergessen. Also kommt das eigentlich für den Refraktor gedachte Nagler Zoom 3-6mm erstmals am SCT zum Einsatz. Nach möglichst genauem Fokussieren gehe ich auf 3mm oder 933x. Von Schärfe oder ruhigem Bild ist natürlich keine Rede mehr, aber das verwaschene unruhige Etwas hat doch eine deutlich erkennbare Eiform. Getrennt oder nicht getrennt, das ist hier die Frage. Sie wird wohl spätestens bei der nächsten Sternguckerschule beantwortet werden. Inzwischen ist es Mitternacht vorbei und ich beschließe den Abend mit einem Blick auf die Sombrero Galaxie M 104 und Blackeye Galaxy M 64. Sollte das Wetter halten, dann steht morgen das Thema des letzten Mittwochs am Programm, ein Streifzug durch den Virgohaufen. In Stoyans Deep Sky Reiseführer habe ich dazu ein interessantes Objekt entdeckt 3 C 273, einen 2,5 Mrd. Lj. entfernten Quasar, mit 12,8mag kein Problem des Sehens sondern vielmehr des Findens und Identifizierens. |