Mond & Mars am Morgen

Wien 14, 19. 06. 2003

20030619api04.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:19. 06. 2003
Zeit:04.20 bis 05.10 MESZ
Ort:Wien 14
Instrument:12" Meade LX-200, Philips ToUCam Pro
Bedingungen:

Durchsicht:gut (2)
Aufhellung:(helle Dämmerung)
Seeing:fast nicht mehr ausreichend (4-5)
Temperatur:15 °C
Bemerkungen:Rasch durchziehende dichte Wolken und sehr schlechtes Seeing

Bericht:Am Ende der Sternguckerschule hatten wir noch über die Beobachtung des abnehmenden Mondes gesprochen. Als ich die Augen öffne und mich eingentlich geistig aufs Aufstehen an diesem Feiertag einstelle, zeigt die Uhr 4.20 Uhr. Seltsam, was hatte mich geweckt. Egal. Ein Blick aus dem Fenster zeigt ihn, den abnehmenden Mond.

Es ziehen zwar immer wieder Wolken durch, dennoch baue ich mein Fernrohr auf, denn ich möchte ein Foto machen, und vor allem nach Mars Ausschau halten, um zu sehen, ob noch etwas zu sehen ist oder der Planet schon von Staubstürmen eingehüllt ist.

Also zuerst der Mond. Autsch, lausiges Seeing - die Atmosphäre wird durchgewühlt von aufsteigenden und zusammenfallenden Gewittern - aber ein Schnappschuss durch das 50mm Plössl zeigt den Mond in einer sehr ungewohnten Phase:



Theophilus, Cyrillus und Katharina stehen nahe am Terminator, und interessant ist, wie auffällig die Ringe um das Mare Nectaris - einer davon ist Altai - bei dieser abnehmenden Phase sind.Beim zunehmenden Mond kommen diese nach Westen geneigten Abhänge nie zur Geltung. Auch die nach Osten abfallende Flanke der Apenninen ist interessant, so weit vom Terminator entfernt sind sie bei zunehmendem Mond kein Thema mehr.

Doch jetzt zum Mars. Wolken verhindern den Blick, und es wird heller und heller. Dann endlich ein Blick durchs 21mm Plössl. Hurra, es ist alles noch da! Die riesige südliche Polkappe und die Große Syrte, ein toller Anblick, wenn das ganze nicht so wabbern würde. Ob da die WebCam was rausholen kann?

Ich mache einige Videos, doch alle bis auf eines erweisen sich als total unbrauchbar, die Qualität bricht schon nach wenigen Frames unter jede erdenkliche Grenze. Bei einem habe ich halbwegs brauchbares Seeing, und bei einer Brennweite von 3m - an die Barlowlinse war nicht zu denken - erwische ich zum zweiten Mal in diesem Jahr den Roten Planeten.



Eigentlich grauslich, aber zur Dokumentation von Phase, Größe und Polkappe. Sehr viel hat sich seit meiner letzten Beobachtung Anfang des Monats noch nicht verändert.

Die Wolken machen den Himmel ganz dicht, ich baue ab und geniesse noch einige Stunden Schlaf.