| Beobachter: | Alexander Pikhard, Hanne Schulmeister, Franz Zwanzger | ||||||||||||||
| Datum: | 15. 07. 2003 | ||||||||||||||
| Zeit: | 20.30 bis 23.00 MESZ | ||||||||||||||
| Ort: | Sofienalpe | ||||||||||||||
| Instrument: | 10" Meade LX-200 GPS | ||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Wir haben uns heute auf der Sofienalpe eingefunden, um den klaren Abend zu nützen, unser "offizielles" WAA-Teleskop (10" Meade LX-200 GPS) und seine Steuerung (Autostar 2) näher kennen zu lernen. Denn vor allem letzere hat so viele Tücken, dass selbst "alte Hasen" mit viel Erfahrung mit Goto-Montierungen ihre liebe Not haben. Erste Übung ist wie immer das Einnorden; nachdem ich schon das letzte Mal einen Weg gefunden habe, die lästige 7-Minuten-Prozedur des automatischen Alignments zu umgehen (ausser Zeit- und Stromverlust bringt sie rein gar nichts), überrascht uns Autostar heute damit, beim halbautomatischen Alignment nicht nach Uhrzeit, Datum und Sommerzeit zu fragen. Auch gut. Für alle, die die letzten Berichte nicht gelesen haben: Grundstellung für halbautomatisches Alignment ist: Dann ging's ans Beobachten; in der Dämmerung waren es Doppelsterne, die wir vorzugsweise mit einem 14mm Pentax-Okular beobachteten:
Ein Blick mit freiem Auge zeigt: Delta Scorpii! Der unregelmäßig veränderliche Stern ist schon fast so hell wie Antares. Toll! Langsam wird es so dunkel - schon merklich früher als vor drei Wochen -, dass erste Deep Sky Objekte möglich werden. Zunächst steuern wir die Kugelsternhaufen M13, M92 und M5 an. Einer schöner als der andere. M4 ist allerdings schwacht. Wieder frustriert Autostar mit einer Verschlechterung gegenüber dem klassischen LX-200: Nach Drücken der Taste "M" für Messier steht im Display eine zufällige Messiernummer; wenn die mehr Stellen hat, als das Objekt, das man einstellen will, muss man die überflüssigen Ziffern löschen oder die M-Nummer generell dreistellig eingeben, z.B. "M005". Wozu bitte? Nach den Kugelsternhaufen zu hellen planetarischen Nebeln; der Ringnebel M57 ist schon eine Wucht, und besonders interessant sind NGC 6826 (Blinking Planetary) und NGC 7027; vor allem ersterer blinkt wirklich! Blickt man direkt auf das Objekt, erkennt man in erster Linie den hellen Zentralstern. Blickt man indirekt, überstrahlt der runde diffuse Nebel den Stern. Ich wechsle auf O-III-Filter und 40mm Pentax. Mit dieser Konfiguration ist der Hantelnebel M27 eine Wucht und NGC 6781 im Adler einigermassen zu erkennen. Ermuntert durch dieses Ergebnis sattle ich auf 40mm Pentax und UHC-Filter um. Derart ausgestattet steht einer Nebeltour nichts mehr im Weg: M17, M8 und sogar der Cirrus-Nebel (NGC 6960 und NGC 6992) sind tadellos zu erkennen. Und das nahe bei Wien! Sogar die Milchstraße kommt heraus. Schade, dass morgen ein Arbeitstag ist ... Ein wunderschöner Beobachtungsabend mit interessanten Erkenntnissen. Und wir werden dafür sorgen, dass unsere Kommentare zu Autostar 2 an die richtigen Stellen bei Meade gelangen ... |