| Bericht: |
Zum dritten Mal beherbergt uns Familie Baumann, der an dieser Stelle
herzlich gedankt sei, mit dem Probelauf für eine WAA-Jugendgruppe.
Diesmal ist die Einladung besonders herzlich, denn wir sind
gleichzeitig zu einer Familienfeier geladen und noch dazu für die
ganze Nacht, damit auch ausgiebig beobachtet werden kann. Ein grosses
Aufatmen geht wohl schon am Freitag durchs Weinviertel: Das Wetter wird
an diesem Wochenende optimal. So wundert es nicht, dass sich Astronomie nahtlos in die
anderen Vergnügungen des Sommers einfügt. Zwischen
Swimmingpool, Grillparty und geselligem Beisammensein ist auch Zeit
für kleine Vorträge und Sternführungen und ausgiebiges
Spechteln.
Schon am Nachmittag, als unser Zentralgestirn noch gnadenlos
auf uns herabbrennt, beginnt das Astro-Fieber, alle zu befallen. Ein
Blick zur Sonne oder zwei hält so manchen Gast vom kühlen
Nass oder gar vom Essen ab. Die Sonne ist aber auch zu schön heute! Selbst beim Untergang zeigt die Sonne noch ihre ganze Kraft, als sie hinter einigen fernen Horizontwolken verschwindet.
In der Dämmerung offenbart sich uns ein wolkenloser
Himmel über einem endlosen, flachen Horizont. Rasch werden die
Himmelsrichtungen bestimmt, denn dem aufgehenden Mars soll später
kein Baum im Weg stehen. Aber - bei dem Horizont keine Gefahr.
Bald entsteht ein kleines Teleskoptreffen; vier Instrumente
vom 3" Newton - der vor allem beim Mond seine Stärken zeigt - bis
zum 12" SCT ist alles da.
Die helle Hauswand bringt uns auf die Idee, den geplaneten Kurzvortrag über den Sternenhimmel - inklusive Südhimmel-Spezial als Reisevorbereitung - open air stattfinden zu lassen. Unseren Ausführungen schliessen sich mehr Gäste an als erwartet und nicht nur unsere Jugend, die ja vom "Astro-Virus" schon längst befallen ist, sondern auch viele Erwachsene entdecken ihre Liebe zum Weltall (wieder).
Nach dem Vortrag zum echten Himmel. Ein Traum! Die Milchstraße zieht hoch über unsere Köpfe hinweg, und unsere Sternführung unter dem Motto "Die Lebensgeschichte eines Sterns" beginnt im Schützen mit dem Lagunen- und dem Omega-Nebel! Über M23 und M11, zwei offene Sternhaufen, geht es zu den Doppelsternen Albireo (Beta Cygni) und Ras Algethi (Alpha Herculis), an deren Farbunterschied erklärt wird, was ein Roter Riese ist. Dann folgen mit dem Hantel- und dem Ringnebel in der Leier schon zwei Objekte aus den Endphasen der Sternentwicklung, bis im LX-200 dann noch der Cirrus-Nebel als Überrest einer Supernova bewundert wird. Doch dann geht Mars auf, und wenig später der Mond. Jetzt werden keine anderen Objekte mehr beobachtet ...
Bis in die Morgenstunden werden Mars und Mond beobachtet. Auch
der Eifer unserer Jugend ist nicht zu bremsen; nach der Open Air Show
ziehen sie sich zu einer Diskussionsrunde am Lagerfeuer zurück, um
die Praxis einmal Praxis sein zu lassen. Doch während der
Elterngeneration nach und nach die Energie ausgeht, beschliessen sie
als Praxisprojekt die Beobachtung des Sonnenaufgangs und um die Sache
noch spannender zu gestalten, kombinieren sie astronomischen
Forschergeist mit pfadfinderischem Abenteuergeist und wandern in den
Nachbarort, um den Sonnenaufgang von dort zu beobachten. So viel
Energie muss man erst einmal haben ... Nach dem Frühstück geht es weiter. Die Begeisterung an Astronomie ist nicht erloschen, im Gegenteil. Kaum wird der abnehmende Mond mit freiem Auge erblickt, ist auch schon das Fernrohr auf ihn gerichtet. Und es werden noch andere Gestirne bei Tag beobachtet.
Die gute Stimmung dieser Nacht ist kaum in Worte zu fassen. Es bleibt nur noch, unserer Familie Baumann für ihre Gastfreundschaft und für ihr Engagement für unsere Jugend herzlich zu danken, Ihr seid eine echte Bereicherung für uns. Der Probelauf kann als gelungen angesehen werden und vorraussichtlich ab Herbst wird es ein offizielles Programm für die WAA-Jugend geben. Danke! |