Mars, Marsmonde Phobos und Deimos

Payerbach/NÖ, 26. 07. 2003

20030726wvo02.html

Beobachter:Wolfgang Vollmann
Datum:26. 07. 2003
Zeit:02.00 bis 04.00 MESZ
Ort:Payerbach/NÖ
Instrument:Newton 457/2040mm
Bedingungen:

Seeing:gut (2)

Bericht:

Am Samstagmorgen, 26.Jul. war endlich relativ gutes Seeing zur Beobachtung des Mars: die Luft war zumindest bei 227x noch einigermassen ruhig und liess viele Einzelheiten erkennen. Ich konnte zwischen 2h00 und 4h00 MESZ beobachten und nicht nur die Grosse Syrte sondern auch die angrenzenden Dunkelgebiete gut sehen (Mare Tyrrhenum, Iapygia, Mare Serpentis, Sinus Sabaeus usw.). Auffallend hell südlich der grossen Syrte war Hellas sichtbar.

Besonders interessant war diesmal die Südpolkappe. Sie zeigte sehr deutlich ein kleines helleres elliptisch geformtes Gebiet am Rand, das deutlich heller und weisser als der Rest war und auch etwas als Ausbuchtung der Polkappe erschien. Dieses Gebiet rotierte immer weiter Richtung Zentralmeridian und hat eine areographische Länge von ca. 330 Grad, so hab ich das auf meinen Skizzen geschätzt. Es war etwas deutlicher mit einem Orangefilter Wratten 21 sichtbar, ich konnte es aber auch sehr deutlich ohne Filter sehen (Vergrösserungen 227x bis 408x). Offenbar ist der Abschmelzprozess der Südpolkappe in vollem Gang und das von mir beobachtete helle Gebiet dürften die "Mountains of Mitchell" sein (auch Novus Mons genannt) -- Berge die durch die sich ausbildende dunkle Spalte der Rima Australis von der Südpolkappe getrennt werden. Dieses Detail sollte in der nächsten Zeit immer deutlicher werden und auch in kleineren Fernrohren sichtbar sein. Dieses Feature der Südpolkappe ist auch auf dem tollen Foto von Bernhard Rems gut sichtbar.

http://www.waa.at/bericht/2003/07/20030727bre03.html

An diesem Morgen konnte ich auch den Marsmond Deimos beobachten: am besten war er bei 204x in einem Okluar zu sehen, auf dessen Feldlinse ich ein Stück Alufolie montiert hatte um den hellen Mars abzudecken und Deimos trotzdem in der Mitte des Gesichtsfeldes zu halten. Deimos ging Mars voran (war also westlich des Planeten) und war schwach aber eindeutig sichtbar. Übrigens konnte ich mittlerweile mit diesem Okular auch den Marsmond Phobos sehen: er ist zwar heller als Deimos aber schwieriger sichtbar, da er näher am Planeten steht. Am Morgen des 28.Jul. war er um 2h00 MESZ östlich von Mars als schwaches Punkterl sichtbar. Glücklicherweise sind die Fangspiegelstreben meines Newton NO-SW bzw. NW-SO orientiert, so dass ich den nicht weit vom Planeten stehenden Phobos im dunklen Feld östlich des Mars zwischen den durch die Streben erzeugten Lichtstrahlen halten konnte.

Einige nützliche Artikel aus Sky and Telescope zur Marsbeobachtung: Marsbeobachtung; Mars Profiler (Marskarte); Stürme auf Mars; Beobachtung der Marsmonde; einen "Marskalender" mit Informationen u.a. zu den "Mountains of Mitchell" bietet die Zeitschrift "Astronomy": Marskalender.