Von Sonne bis Mars

Sofienalpe, 01. 08. 2003

20030801api20.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:01. 08. 2003
Zeit:20.30 bis 00.45 MESZ
Ort:Sofienalpe
Instrument:12" Meade LX-200, Olympus Camedia C-3000, Philips ToUCam Pro
Bedingungen:

Durchsicht:ausreichend (3)
Aufhellung:ausreichend (3)
Seeing:ausreichend (3)
Freis. vis. Grenzgroesse:5.0
Temperatur:18 °C
Luftfeuchtigkeit:hoch
Wind:maessig aus NW
Bemerkungen:Am Horizont langsam abbauende Quellwolken

Bericht:

Der unerwartet schöne Nachmittag verleitet zu einem spontanen Beobachtungsabend auf der Sofienalpe. Mond und Mars sind das Ziel. Doch der Aufbau erfolgt noch bei hellem Sonnenschein, obwohl unser Stern schon deutlich früher untergeht als noch vor ein paar Wochen. Also rasch ein Blick zur Sonne.


Sonne, durchs Fernrohr schon recht unscharf so nahe am Horizont

Dann geht sich auch ein Blick zu Merkur und Jupiter aus. Merkur ist sehr klein und schon recht blass, mit Phantasie erkennt man eine Phase. Jupiter ist nur mehr ein Hauch. Ein Wunder, dass er überhaupt noch zu erkennen ist, drei Wochen vor der Konjunktion!


Gewitterwolken am Horizont

Der nächste Höhepunkt ist ein Wetterballon, der malerisch über den Himmel zieht und in bester Star Wars-Art explodiert. So etwas bekommt man mit Geduld immer wieder vor die Linse.


Action!

Das erste Gestirn, das wirklich zum Beobachten einlädt, ist unser Mond. Malerisch steht er in der Dämmerung, und noch malerischer verläuft sein zuerst pastellfarbener, dann tiefroter Untergang.


Der zunehmende Mond





Dann beginnt das Warten auf den Mars, das mit der Beobachtung von Doppelsternen und Deep Sky Objekten überbrückt wird. Ras Algheti, Albireo, Epsilon Lyrae, M13, M57, M11, M17 und M27 sind die Stationen. Für schwächere Objekte ist es zu dunstig.

Dann Mars. Anfangs ist das Seeing noch sehr schlecht, dann etwas besser, dann wieder schlechter. Doch eine Struktur stimmt nachdenklich: Da, wo Hellas sehr knapp am Rand stehen sollte, zeigt sich ein heller Fleck, fast so hell wie die südliche Polhaube. Der Blaufilter zeigt es deutlich - nicht weiss, sondern gelb. Das könnte ein gewaltiger Staubsturm sein. Na hoffentlich wird der nicht größer!



Die Aufnahmen zeigen Mars mit Orangefilter (#23A) links, ohne Filter (Mitte) und Blaufilter (#80A) rechts, darunter die Simulation mit Mars Previewer, die deutlich zeigt, dass Hellas noch nicht so dominant sein sollte. Die Aufnahmen entstanden aus WebCam Videos zu je ca. 500 Frames mit 1/33s Belichtungszeit bei F=3000mm.