| Beobachter: | Tahir Saban | ||||||||||
| Datum: | 11. 08. 2003 | ||||||||||
| Zeit: | 22.00 bis 01.30 MESZ | ||||||||||
| Ort: | Aigen/Lindabrunn | ||||||||||
| Instrument: | AP130EDT | ||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Mein Bruder und ich wollten Montag das stabile Wetter nochmal richtig zum Mars-Schauen ausnutzen. Wir fuhren zum neu entdeckten Beobachtungsplatz bei Aigen/Lindabrunn südwestlich von Leobersdorf, der bei meinen letzten Beobachtungen eine gute Figur gemacht hatte. Der Beobachtungsplatz an der Südwestausfahrt von Aigen hat einen niedrigen Südhorizont und war, in letzter Zeit, zu meinem Ersatzplatz für Mars-Beobachtungen geworden. Nachdem wir das Teleskop aufgestellt hatten schauten wir nach einem kurzen Blick auf den Mars zum Vollmond und suchten im Plato nach kleinen Krater mit Durchmessern von 5km und weniger. Die Krater sind nicht leicht zu erspähen, die besten Bedingungen stellen sich bei Vollmond oder bei sehr niedriger Sonneneinstralung ein. Das Seeing war mittelmässig das Bild bei 250x schon flau. Ich erspähte nie mehr als 3 Krater und konnte von denen nur den in der Mitte von Plato halten. Die beiden anderen waren nur kurzfristig sichtbar. Mein Bruder, der nachweislich schärfer sieht, kam mit einem orthoskopischen Okular auf 7. Danach wieder zum Mars. Im Binoviewer wurde gerade Solis Lacus geboten. Obwohl die meiste Zeit weniger als durchschnittlich zu sehen war gab es immer wieder gute Momente, in denen eine Reihe von Details zum Vorschein kamen. Plötzlich gab es einen sehr lauten knall der wegen seiner offensichtlichen Nähe fast 3-dimensional wirkte. Es war ein Schuß gefallen. Nach ein paar Minuten tauchten auf dem Feldweg Jäger in Autos mit abgedrehtem Licht auf, die miteinander in Funkkontakt standen. Wer sagt, das angewandte Amateurastronomie nicht auch seine Risiken hat! Gottbewahre, es besteht durchaus eine gewisse Gefahr, einmal als besonders exotisches Großwild verwechselt zu werden (mit Aussicht als Sondertrophee -vielleicht mit einem Nagler Okular im Gebiss- zwischen Hirschen an einer Panelwand angebracht zu werden: "Gemeiner Amateurastronom, erlegt 2003"). Ich war gerade mit dem Scharfstellen der Webcam beschäftigt als ich neben mir die bärtigen Gesichter zweier Jäger wie aus dem Bilderbuch erblickte, sie hatten am Monitor den Mars gesehen. "Schau da ist der Mars! Jetzt los Lois, wir haben noch 2 Schuß Munition, auf wiedersehen, Grüßgott". Ich muß gestehen, daß mir als Tierfreund, die um sich herum ballernde Unholde äusserst unsymphatisch sind. Wir ließen uns jedoch nicht weiter stören und nahmen noch mehrere Videosequenzen auf. Das beste Bild ist unten zum Vergleich mit einem unbehandeltem Bild aus der Videosequenz zu sehen. Ich verwende jetzt zur Bearbeitung nur mehr Registax. K3CCD schlägt zwar punkto Geschwindigkeit (so wie ich es einstelle) Registax gefühlsmässig um Faktor 10, ist aber beim Überlagern der Bilder etwas schleißig. Das Endbild von K3CCD ist etwas unschärfer. Ich habe Tests mit unbearbeiteten überlagerten Bildern gemacht und konnte aus dem Registax-Bild, immer mehr raus hohlen. K3CCD verwende ich nur noch, um vorab die Qualität der Videosequenzen zu überprüfen. Danach bearbeite ich die beste Sequenz mit Registax. Ich warte schon sehnsüchtig auf die angekündigte neue Version 2.0, die über eine eingebaute Rauschunterdrückung verfügen soll. Das Rauschen ist, aus meiner Sicht, der größte Schwachpunkt der WebCams. Dadurch muß man relativ viele Bilder addieren, dann wiederum braucht man das Jahrtausend Seeing, damit die Schärfe erhalten bleibt...
LG Tahir |