Beobachtung

Ebenwaldhöhe, 22. 08. 2003

20030822nje21.html

Beobachter:Günter Jenner
Datum:22. 08. 2003
Zeit:21.10 bis 01.00 MESZ
Ort:Ebenwaldhöhe
Instrument:45cm-Newton f/4.5 (Dobson)
Bedingungen:

Bemerkungen:Durchsicht 2, Seeing 2-3, wolkenlos, zunehmend lebhafter Wind, kein Tau, sehr warm (+18°!).

Bericht:

Etwa 10 Sternfreunde waren auf das Plateau der Ebenwaldhöhe in 1020m Seehöhe gekommen (manche Beobachter waren sicherlich auch weiter unten beim Gasthof Gaupmann in 820m Höhe tätig gewesen, wo es meist windgeschützter ist, was auch in dieser Nacht empfehlenswert gewesen wäre!). Anfangs war der Wind eher mäßig stark, nahm aber im Laufe der Nacht zu und wurde dann leider kräftig, böig und störte bei der Beobachtung.

Anfangs zwei Doppelsterne betrachtet:

STF 2276 in Oph: beide Sterne mag. 7 und weiß.

H N 84 in Sge: orange/türkis, recht hübsch.

Dann von M 11 gut 2 Grad südwärts gehoppt, zum Kugelhaufen NGC 6712: hell, recht groß, ab 158x einige schwache Sterne erkennbar, vor grieseligem Untergrund. Östlich daneben der Plan. Nebel IC 1295: bei 103x und 158x ohne Filter als runder und nur sehr schwacher Nebelhauch erkennbar. Mit UHC und OIII-Filter hingegen überraschend hell (obwohl angeblich nur mag. 14), für einen PN große runde Nebelscheibe. Bei 69x und UHC waren NGC 6712 und IC 1295 schön gemeinsam im Gesichtsfeld zu sehen, zudem beide auffallend hell (s. Sky & Tel. 07/2003, S.118 und 09/2003, S. 116). Interessantes Doppelobjekt!

NGC 6818: dieser PN in Sgr fällt schon bei 69x als sehr kleine, bläuliche Scheibe auf, hell! Bei 229x helles und ansehnlich großes Scheibchen (s. Sky & Tel. 08/2003, S.97).

Von 23:30 bis 01:00 MESZ Mars ausgiebig beobachtet, leider störte der starke Wind dabei besonders, das Seeing hingegen war zeitweise überraschend gut, sodass dann das Marsscheibchen bei 229x und 307x interessante Details zeigte. Am schönsten ohne Filter, die Farbe des Planeten ist da natürlich und beinahe nicht zu beschreiben.

Trotz des störenden Windes war es eine erfolgreiche Beobachtungsnacht gewesen.

P.S.: im Mai/Juni war ich auf einer USA-Reise, u.a. in Kalifornien, wo ich an der "Riverside Telescope Makers Conference" teilnahm: so einen relativ guten und recht dunklen Himmel wie auf der Ebenwaldhöhe hätten die dort wohl sehr gerne! Die ganze W-Hälfte des Himmels war dort sehr schlimm aufgehellt! Hingegen war der Himmel am berühmten Mount Pinos herrlich dunkel und transparent, wenn auch Bäume rundum die Sicht weiter runter zum Horizont verhindern.

Günter Jenner