| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||
| Datum: | 17. 09. 2003 | ||||||||||||
| Zeit: | 19.30 bis 23.30 MESZ | ||||||||||||
| Ort: | Sofienalpe | ||||||||||||
| Instrument: | Fotos: 12" Meade LX-200; sonst viele andere | ||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Sternguckerschule wieder einmal auf der Sofienalpe, und wieder hat das Wetter Einsehen mit uns. Bolam 21km, das an diesem Abend ausführlich erklärt wird, liefert einen Vorführeffekt: Statt des prognostizierten bedeckten Himmels zum Glück nur Durchzug von teilweise zähen Cirruswolken. Gut, bei 21km Auflösung ist das nicht anders zu erwarten. Die Durchsicht ist gut, sogar die Milchstraße ist in Zenitnähe zu sehen, und so können wir uns den Objekten in den kleinen Sternbildern im Sommerdreick widmen. Da ist zunächst einmal der Pfeil mit M71 und vor allem der Fuchs mit M27, dem Hantelnebel. Dann das Schild mit M11 und der Delphin mit dem wunderschönen Doppelstern Gamma. Wir halten uns nicht lange im Seminarraum auf und begeben uns bald auf die Wiese, um bei überraschend milden Temperaturen an diversesten Objekten, vom Feldstecher bis zum grossen SCT, die Objekte aufzusuchen und zu bestaunen. Für Feldstecher eine nette Abwechslung ist der Coathanger (Brocchi's Cluster) im Fuchs. Und im Delphin jagen wir dann noch Exoten, nämlich den kleinen Kugelsternhaufen NGC 7006 und die eigenartige Konstellation des Toadstool, ein mittelgrosser Sternhaufen in Form eines Schwammerls. Kein Wunder: Toadstool heisst eigentlich Fliegenpilz, doch der Begriff wird im Englischen genauso verwendet wie unser Begriff "Schwammerl". Und nun Mars. Er ist heute eher gelblich und die auf Ende August fehlenden 0,6mag merkt man schon. Er sieht heute aus wie ein (derzeit) falsch positionierter Jupiter. Im Fernrohr ist er einschläfernd kontrastarm, nur wenn gerade ein paar Cirren drüberziehen, wirkt sich die Dämpfung positiv aus. Ein #23A-Orangefilter bringt auch einiges, Solis Lacus lässt sich erahnen. Die Polkappe ist allerdings sehr deutlich. Das Seeing ist mittelmäßig berauschend und wird immer schlechter, offenbar kommt Föhn auf - drum ist es so mild. Rasch ein paar Bilder mit der WebCam, wieder mit 6m Brennweite, denn auch die fehlenden 3" seit August machen sich schon bemerkbar. Die Mars-Zeit ist bald vorbei, das ist klar. Noch ein, zwei Wochen, dann lohnt sich der Blick durchs Fernrohr wohl nicht mehr. Nur wenige warten auf den Aufgang des Mondes, durch den Hügel im Osten auch eine gute Stunde später als am mathematischen Horizont. Doch nahe dem Letzten Viertel bietet sich ein wirklich schöner Anblick, mit den Apenninen ganz am Terminator und Grimaldi sehr weit vom Mondrand entfernt. Das Mare Orientale ist bereits andeutungsweise auszumachen und vor allem die Cordilleren oder Rook-Berge zeigen ihr Profil beeindruckend am Mondrand. Fazit: Eine recht aktive Gruppe mit vielen Instrumenten hat sich heute auf der Sofienalpe eingefunden, um an einem schönen Abend gemeinsam den Himmel zu geniessen. Mars wird immer unwichtiger, bald kehrt wieder Normalität ein. Wird auch langsam Zeit! |