Beobachtung

Mariazell, 18. 09. 2003

20030918ned22.html

Beobachter:Walter Simotta, Heidi Eigner, Günther Eder
Datum:18. 09. 2003
Zeit:22.00 bis 01.45 MESZ
Ort:Mariazell
Instrument:16" SCT
Bedingungen:

Temperatur:11 °C
Luftfeuchtigkeit:70

Bericht:

Beobachtungsobjekte: M 13, M 92 und Kugelsternhaufen NGC 6229 im Herkules. Danach erste Beobachtungen mit dem Schmalbandfilter von Meade. Leider mußten wir feststellen, daß es der Fa. Meade wiederum gelungen ist, ein Filtergewinde anzubringen welches die Verwendung des Filters wirklich nur an Meadeokularen ermöglicht. Bei den nachfolgenden Beobachten konnte daher nur das vorhandene 56mm Meade Plössl eingesetzt werden.

Beobachtung des Cirrus-Nebels: Beide Teile des Nebels waren leicht sichtbar und deutlich strukturiert. Allerdings wurde der Stern 52 Cygni durch Reflexe im Filterglas in diverse Strahlungsfelder aufgelöst und zeigte wunderschön unerwünschte Spektralfarben.

In weiterer Folge wurden noch die Nebel um Gamma Cygni und der Pelikan bzw. der Nordamerikanebel beobachtet. Die Sichtbarkeit dieser Formationen hielt sich trotz hervorragender Durchsicht in Grenzen. Nach einem Schwenk zum Helixnebel wurde der OIII-Filter eingeschraubt. Deutlich hob er den planetarischen Nebel aus dem Hintergrund hervor und machte Detailbeobachtungen im Nebelring möglich. Damit endete unser Ausflug ins "Filterland" und wir begaben uns in nähere Gefilde: Der Mars wurde eingestellt. Die am Horizont befindliche Dunstschicht verhinderte vorerst höhere Vergrößerung (größer als 250x). Das Solis Lacus war deutlich sichtbar, das Mare Erythraeum und das Mare Sirenum zeichneten sich weich auf der Planetenoberfläche ab.

Wir schwenken weiter hinaus ins Planetensystem; Uranus zeigt sich als blaßblaues Scheibchen und hebt sich durch seine Scheibenform deutlich vom Sternhintergrund ab; Neptun dagegen wird nur mehr als relativ heller grünlicher "Stern" empfunden.

Weiter geht es mit einigen DeepSky Objekten. Der Kugelsternhaufen M 5 bietet einen prachtvollen Anblick, M 2 steht ihm in nichts nach. Ein kurzer aberwitziger Versuch die Galaxie NGC 253 zu beobachten (welche nur wenige Grade über dem Osthorizont steht) bringt nicht wirklich ein beeindruckendes Bild.

Nach einer kurzen Teepause beobachten wir abermals Mars. Das Seeing und die Durchsicht haben sich in der Zwischenzeit erheblich verbessert, feinere Details werden sichtbar.

Nun schwenken wir zur Galaxiengruppe um NGC 7331; inzwischn ist bereits der Mond aufgegangen und das Streulicht in der Atmosphäre verhindert die Beobachtung der Begleitgalaxien.

Wir tasten uns an die Andromdagalaxie heran. Die Begleitgalaxie M 110 stellt sich bei 100x als verwaschener ovaler Nebelfleck mit einer leicht ansteigenden Helligkeit zum Zentrum hin dar. Die allgemeine Helligkeitsverteilung in der Galaxie vermittelt den Eindruck nahe an der Möglichkeit der Auflösung der Randbereiche in einzelne Sterne zu sein.

Heidi bewegt das Teleskop zu M 31. Wuchtig kommt die Andromedagalaxie ins Bild. Das Galaxienzentrum erscheint aufgrund seiner Helligkeitsverteilung rund und ausgeprägt und wird von einem seitlich ausgedehnten Nebel umhüllt. Darin wird eine Teilung schwch sichtbar. Die Begleitgalaxie M 32 steht unübersehbar im Gesichtsfeld des Okulares. Sie zeichnet sich durch einen sternförmig wirkenden hell strahlenden Kernbereich aus und sind weiters die Randberiche der Galaxie scharf gegen den Hintergrund abgegrenzt.

Bevor wir endgültig unsere Dunkeladaption aufgeben wagen wir noch einen Blick auf die Galaxie M 33. Der Mond hat den Himmelhintergrund schon erheblich aufgehellt. Im 130 Astrophysics Refraktor hebt sich die Galaxie nur noch schwer vom Hintergrund ab, dh. ihre Helligkeit liegt nur knapp über der Wahrnehmbarkeitsgrenze. Im 16er SCT heben sich die Spiralarme gerade noch vom Himmelshintergrund ab.

Zum Abschluß der Beobachtungsnacht werfen wir noch einen Blick zum Mond. Das Seeing hat sich entsprechend der schon fortgeschrittenen Beobachtungszeit (0126 Uhr) sehr gut stabilisiert. Mit dem Binokularansatz fahren wir den Terminator ab und sind besonders von den Bergen am südlichen Mondrand beeindruckt. Hier sieht man deutlich die wahre Steigung der Berg/Kraterwände. Die Teneriffaberge stehen klar abgegrenzt in der Ebene des Mare Imbrium der Mons Piton einen langen Schatten bis zum Terminator wirft. Die Mons Spitzbergern befinden sich direkt am Terminator. Während nun bereits der Oroin zur Gänze über den Osthimmel aufgestiegen ist wagen wir einen letzten Blick auf den nun 9 Grad über den Horizont stehenden Saturn. Die niedrige Höhe macht sich deutlich im Seeing bemerkbar. Die Teilungen in den Ringen sind nicht mehr sichtbar, die hellen Mond des Planeten liegen an der Sichtbarkeitsgrenze.

So beenden wir um 01.45 Uhr unsere Beobachtungen.

Walter Simotta, Heidi Eigner, Günther Eder