Aufnahmen mit der Mintron VideoCCD

Nähe Innermanzing, 30. 09. 2003

20030930tst22.html

Beobachter:Thomas Strehl
e-Mail:outthere@aon.at
Datum:30. 09. 2003
Zeit:22.00 bis 01.00 MESZ
Ort:Nähe Innermanzing
Instrument:Newton 8" F4.4 + Mintron Video CCD Kamera
Bedingungen:

Durchsicht:ausreichend (3)
Aufhellung:ausreichend (3)
Temperatur:9 °C
Wind:maessig
Bemerkungen:Hohe Feuchtigkeit in den oberen Luftschichten (Mond rötlich bei Untergang, lange Kondensstreifen)

Bericht:

Nach dem FirstLight des BaaderBinos mit dem umgebauten Newton vor einigen Tagen heute der erste Versuch von Aufnamhen mit der Mintron VideoCCD Kamera.

Das Setup sieht wie folgt aus: Orion 8" F4.4 Newton auf GP mit DD1-Steuerung. Am 2" JMI Focuser ist per 2"->T2 Adapter die Mintron mit einer 45mm T2 Verlängerung angeschlossen. Die 45mm Verlängerung ist notwendig weil der Hauptspiegel ja für das Bino um 50mm Richtung Fangspiegel verschoben wurde. An der Mintron ist einer kleiner 12V B/W Fernseher angeschlossen der als Kontrollmonitor dient. Aufgenommen wird über einen PAL auf USB Konverter mit dem Laptop. Als Aufnahmesoftware verwende ich VirtualDup.

Der Chip der Mintron ist ca. 8mm x 8mm groß, die Brennweite des Newton 880mm. Das reale Gesichtsfeld ist daher ca. arctan(8/880) = 0.5° Die Einstellungen der Mintron sollen möglichst unverändert für alle Aufnahmen bleiben. Für die nebeligen Objekte werde ich auf höchste Verstärkung bei längster Belichtungszeit gehen, für die Kugel- und offenen Sternhaufen mit der Verstärkung um 2 (von 9) Stufen runtergehen.

Am Programm stehen M16, M11, M13, M92, M71, M57, M33, M110, M31 und, wenns sichs ausgeht, M76 und M1.

Die Vorbereitungen haben leider etwas länger gedauert als geplant, um 22h00 steht M16 schon einigermaßen tief im Dunst. Ähnliches gilt für M11, aber auch M13 und M92. Ich nehme jeweils ca. 100 Bilder in ein .avi file auf. Der leichte Wind wird ab 23h00 schon bedenklich stark, die GP ist mit dem Newton und den Zubauten schon stark belastet. Trotzdem mache ich mit M33 und M110 weiter. M31 ist natürlich viel zu groß für das Gesichtsfeld des Chips, wegen der Kälte wirds dann statt des geplanten Mosaiks aus mindestens 2 Bildern nur eine Probeaufnahme mit dem Galaxienkern am Bildrand.

Zur Addition der Bilder versuche ich mich an Giotto 1.3 und Registax 2.1. Die eigentliche Bildverarbeitung erfolgt in PaintshopPro7, hauptsächlich Tonwert und Gamma Anpasung und anschließende unscharfe Maskierung. Hier gnt es sicher wesentlich ausgefeiltere Methoden mit denen ich mich in den nächsten Wochen beschäftigen werde.

Die Ergebnisse liegen ein wenig unter den Erwartungen. Z.B. ist die erste Aufnahme von M33 Anfang September besser als die heutige. Kann ja an der Durchsicht gelegen sein. In M16 sind die wichtigsten Strukturen zu erkennen, aber da ist mit entsprechendem Knowhow in Bildverarbeitung sicher noch mehr herauszuholen. Bei den Kugel- und Offenen Sternhaufen haben die Sterne zumeist eine eher deutliche Kreuzform, die ich in der Form noch nicht von der Kamera kenne. Entweder also icht exakt scharf gestellt, oder ein Effekt des Winds, oder eine Folge der um 2 Stufen reduzierten Verstärkung an der Mintron. M31 im Zentralbereich hoffnungslos überbelichtet (das war klar), die Aussenbereiche der Galaxie kommen aber sehr schön heraus. M110 ist das einzige Objekt das ich mit den Wavelet Methoden von Registax bearbeite. Vor allem die Rauschfilter wirken sich sehr positiv auf das Endergbnis aus.

Alles in allem eine gelungene, gut geplante AufnahmeSession mit Verbesserungsspielraum für die nächste.

Bilder:http://community.webshots.com/album/92180428netgNy