Bedingungen: Mild, ganz leichter Wind, zeitweise stärker bewölkt, nicht ganz optimales Seeing
Zitterpartie war es auch heute keine, das Wetter war unter Tags durchgened schön und frühherbstlich warm, nur ab und zu zogen ein paar dichtere Wolkenfelder durch. Keine Frage, wir bauen auf - diesmal tatkräftig unterstützt von einer Familie aus Korea!

Aufbau mit internationaler Hilfe
Der Mond ist in der Abenddämmerung noch nicht auszumachen,
vor allem, weil sich eine Wolke hartnäckig im Südwesten
hält - und von dort aus vor hat, den ganzen Himmel zu bedecken.
![]() Sieht ja malerisch aus, aber verdeckt den Mond |
![]() Sorgenblicke: Werden die Wolken mehr? |
![]() Es geht. Blick zu Altair in der Dämmerung |
![]() Solange Mars nicht zu sehen ist, wenden wir uns anderen Objekten zu |
Es dauert etwas, bis sich Mars aus einer Wolkenbank heraus
kämpft. Doch dann sind beide Rohre - wir haben heute mein 12"
LX-200 und das WAA-eigene 10" LX-200GPS im Einsatz, mehr brauchen wir
wirklich nicht - auf den Roten Planeten gerichtet. Am 10" wird visuell
beobachtet, ich zaubere den Planeten per Webcam auf den Bildschirm.

Mars, am Bildschirm präsentiert
Das Seeing ist nicht optimal, aber einige Details wie die Große Syrte und die Gabelbucht sind doch recht deutlich. Im Lauf des Abends können wir auch verfolgen, wie sich Mars um seine Achse dreht.

Zwei Anblicke des Mars im Abstand von zwei Stunden
Überragend ist Mars nicht mehr, dennoch sind unsere Gäste - immerhin noch immer rund 90 - von seinem Anblick recht begeistert. Doch bald wenden wir uns anderen Objekten zu, sofern die Wolkenlücken es zulassen: M13, M92, M57, M15 und M31 lassen eine kleine Gruppe besonders interessierter noch recht lange auf dem Kahlenberg verweilen.
Mars 2003 ist gelaufen, das kann man sagen. Der Planet, jetzt ungefähr so, wie er bei der Opposition 2005 zu sehen sein wird, dann allerdings viel höher, zieht keine Massen mehr in seinen Bann und ist auch kein so beeindruckendes Objekt mehr, weder freisichtig, noch mit dem Fernrohr. Bald werden wir ihn bei unseren Sternabenden nicht mehr als erstes Objekt zeigen. Der Mond wird unsere Sternabende in gewohnter Weise dominieren, und bald werden sich auch Venus und Saturn am Abendhimmel einfinden - und dann Mars wieder auf einen der hinteren Plätze verdrängen.
Was bleibt, ist eine
beeindruckende Bilanz. Die heurige Marsopposition hat uns, das Vorfeld
im Juli mit eingerechnet, bei 11 Sternabenden - nur zwei mussten wegen
Schlechtwetters abgesagt werden! - fast 2.700 Besucherinnen und
Besucher gebracht, eine Menge an Astronomieinteressierten wie beinahe
beim gesamten Astronomietag im Mai österreichweit. Eine bessere
Werbung für Astronomie gibt es kaum, und das anhaltend schöne
Wetter hat viele, die mit Mars ihren "ersten Kontakt" mit dem
Sternenhimmel hatten, dazu veranlasst, auch weiterhin ins Weltall zu
schauen.
Alexander Pikhard