| Beobachter: | Alexander Pikhard, Natalie Ebner | ||||||||||||
| Datum: | 30. 10. 2003 | ||||||||||||
| Zeit: | 23.00 bis 00.30 MEZ | ||||||||||||
| Ort: | Hafnerberg | ||||||||||||
| Instrument: | freies Auge, Olympus Camedia C3000 | ||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
22.30. Ich komme gerade aus dem Bad und bereite mich geistig darauf vor, nach einem kleinen Schlummertrunk das Bett aufzusuchen, als das Telefon läutet. Huch, was kann das jetzt schon wieder werden? Es ist Günther Eder aus Mariazell. "Die Gemeindealpe brennt!" Oh je, Feuer am Berg? Nein, er meint das -- Polarlicht! Ich habe die Warnung selbst vor einigen Stunden verschickt, doch angesichts des Hochnebels in Wien resigniert. Doch in Mariazell ist es wolkenlos. Also gut, anziehen, ins Auto, losfahren. Wohin eigentlich? Keine Idee, Hauptsache, aus dem Nebel raus. Ich hätte aufs Satellitenbild schauen sollen ... Egal. Nach Südwesten, denn Bolam sagt ab Mitternacht aus dieser Richtung Besserung an. Rauf auf die A21. Ich sehe Mars und erste Sterne. Gut. Da war doch ein Platz in der Nähe ... richtig, der Hafnerberg. Nach kurzer Zeit ist er erreicht. Brrr, ist das kalt hier. Aber klar. Ein Blick nach Norden. Der Himmel am Horizont ist auffällig aufgehellt. In dieser Richtung liegt keine Stadt - Wien ist im Nordosten - und leuchtet auch nicht grünlich. Das muss es sein. Ich konferiere mit Günther, er sieht den Schein auch, auch in Mariazell liegt in dieser Richtung keine Siedlung. Dann betrachte ich den Nordhimmel genauer. Plötzlich ein heller roter Schein unterhalb der Vega, hinauf bis Deneb. Wow, so sieht das also aus! Ich versuche, mit der Digitalkamera, primitiv am Autodach aufgestützt, Aufnahmen mit 10 bis 16 Sekunden bei 400 ASA. Und ja, es ist drauf! Erstaunlich, wie rasch sich das ändert. Plötzlich ist der Große Wagen in helles rotes Licht getaucht, nach etwa drei Minuten ist es wieder vorbei.
Ein dauernd wechselnder Anblick. Mal ist es da rötlich, mal dort. Im Süden stehen die Wintersternbilder um Orion, eifersüchtig, dass heute keiner dorthinschaut. Nach einer guten Stunde reicht es dann. Danke, Günther, für den Anruf - er verhalf mir zu meinem ersten Polarlicht! |