| Beobachter: | Michael Karrer |
| Datum: | 20. 11. 2003 |
| Ort: | St. Radegund |
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| Bericht: | Vom Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht dauerte die gestrige Nordlichtaktivität (sichtbar + nicht nur fotografisch) an. Dabei gab es Ausbrüche, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Von West bis Ost, volle 180 Grad, erstreckte sich die meiste Zeit ein grünes Band am Horizont. Besonders hell war der Norden. Immer wieder Flammten rote Vorhänge mit tanzenden Lichtsäulen auf. Etwa 90 Grad Ausdehnung umfasste die weiteste Aktivität etwa um 22:30, bis über den Polarstern hinaus. Beim Orion züngelten rote Flammen, ebenso bei Vega. Der diffuse, grüne Vorhang wuchst für fast eine halbe Stunde mächtig an, bildete dunkle Zonen, wie bei einer Gewitterfront. Der gesamte Sternenhimmel war aufgehellt wie bei zunehmendem Mond! Wäre es noch nicht genug zum Staunen gewesen: Im Zenit bildeten sich fingerartige, zentral zusammenlaufende Strahlen. Ein Ausbruch (besser Einbruch?) vermittelte den Eindruck, als ob innerhalb dieser Strahlen die Elektronen in rasender Geschwindigkeit einfallen. Es regnete sozusagen vom Himmel. Die Kamera lief auf Dauerlauf, schließlich kostet digitales Knipsen ja nichts mehr. Nach 23:00 schwächte sich die Aktivität merklich ab. Dieser Abend zählte für mich zu den beeindruckendsten Naturbeobachtungen, vergleichbar einer totalen Sonnenfinsternis. Michael Karrer
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