| Beobachter: | Tahir Saban |
| Datum: | 08. 12. 2003 |
| Zeit: | 13.00 bis 13.40 MEZ |
| Ort: | Bad Vöslau Flugplatznähe |
| Instrument: | Pentax 75+Coronado SolarMax 40 |
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| Bericht: | Leider war in der letzten Zeit beobachtungsmässig für mich nichts drin, so dass ich den schönen Tag nutzen wollte, um zumindest kurz auf die Sonne zu schauen. Wenn die Faulheit siegt (wie Heute) verwende ich den kleinen Pentax 75 auf dem Manfrotto-Stativ mit dem 410er 3-Achsenkopf. Diese Kombination ist zwar verglichen mit der Vixen SP Montierung nicht besonders stabil, dafür aber schnell aufgebaut. Im weißen Licht waren auf der Sonne nur 2 kleinere Flecken zu sehen (und einige ganz kleine an der Auflösungsgrenze). So wie man sich eine dem Minimum nähernde Sonne vorstellt. Dann sah ich ganz am westlichen Rand einen weiteren kleineren Fleck, ob es da vielleicht interessante Protuberanzen gibt? Vor circa einem Jahr habe ich mir einen kleinen Coronado SolarMax 40 H-alpha Filter gekauft. Da ich zunächst nicht glauben wollte, mit einer nur 4cm großen Öffnung (die noch dazu obstruiert ist) etwas (brauchbares) sehen zu können, musste ich mich damals auf Teleskoptreffen an diversen Coronado-Ständen zum Kauf überwinden. Kaum hatte ich den Filter am Teleskop angebracht war mir klar, dass heute um 13:00 Lokalzeit wieder einer der Zeitpunkte war an denen es schade ist, dass nicht die gesammte WAA durch das Teleskop schauen kann. Sowohl an der Ost als auch an der Westseite waren 3 große, 4 mittlere und etliche kleine Prominenzen zu sehen. Obwohl die Sonne bedingt durch die Jahreszeit tief im Süden stand, erlaubte der blaue Himmel die Vergrößerung mit stets steigendem Detail bis zu 120x zu erhöhen (Nagler 3-6mm Zoom). Bei hoher Vergrößerung legte ich ein Handtuch über meinen Kopf, damit feine und schwache Details sichtbar wurden. Leider hatte ich keine Kammera mit, das einzige das sich zum Aufzeichnen einigermassen eignete war ein Kassabon eines Supermarktes. Dieser wurde genutzt für eine Skizze, die allerdings dem visuellen Eindruck bei weitem nicht gerecht werden kann. Nachdem ich mit der Westseite fertig war, machte ich eine Skizze der Prominenzen auf der Ostseite. Dann zurück zur Westseite. Jetzt zeigte sich, anhand meiner vorigen Skizze, wie stark sich die Prominenz inzwischen verändert hatte! Ich hang eine halbe Stunde am Okular und beobachtete wie die Westprominenzen (A und B in der Skizze) sich veränderten. Insbesondere A löste sich in dieser Zeit vom Sonnenrand, wurde immer schwächer, der nördliche Zipfel koppelte sich ab und schoß Richtung Norden davon. An der Spitze dieses Gebildes waren 4 hellere Punkte, die dann gegen 13:30 schwächer wurden. Die Ostprominenz änderte in dieser Zeit seine Form nur im Detail, wurde breiter und blieb eindrucksvoll. Falls wir in der nächsten Zeit wieder gutes Wetter haben, möchte ich neuerliche Versuche mit der Webcam unternehmen. LG Tahir
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