Mira Ceti und andere Veränderliche, Deepsky und Komet C/2002 T7 (LINEAR)

Wien 21/Stammersdorf, 16. 12. 2003

20031216wvo19.html

Beobachter:Wolfgang Vollmann
Datum:16. 12. 2003
Zeit:19.30 bis 21.30 MEZ
Ort:Wien 21/Stammersdorf
Instrument:Newton 105/445mm
Bedingungen:

Freis. vis. Grenzgroesse:5.0

Bericht:

Vor kurzem ersuchte die AAVSO um Beobachtungen von Mira Ceti (Omikron Ceti). Die Beobachtungen dienen zum Vergleich mit den Messungen, die der Satellit Chandra im Röntgenlicht ausführt: http://www.aavso.org/publications/newsflash/sp13.shtml.

Meine letzte Beobachtung von Mira machte ich am 20.Nov.2003 mit 7,8mag. Ich benutzte dazu die Vergleichssternkarten der AAVSO:
http://www.aavso.org/charts/CET/OMI_CET/OMICET-A.GIF: aufrechtes Bild, für Fernglas
http://www.aavso.org/charts/CET/OMI_CET/OMICET-B.GIF: umgekehrtes Bild, für das umkehrende Fernrohr
Mira wird nach ihrem Maximum nun schwächer. Heute Abend beobachtete ich sie mit dem Newton 105/445mm bei 15-facher Vergrösserung. Ich schätzte ihre Helligkeit auf 8,4mag. Sie war 4 Stufen schwächer als der Vergleichsstern 8,0 und 2 Stufen heller als der Vergleichsstern mit 8,6mag.

Weiteres über Mira findet man in diesem Artikel: http://www.aavso.org/vstar/vsots/1298.shtml.

Ich beobachtete auch weitere helle Veränderliche Sterne mit meinem "Refraktor" 3x28mm, den ich mir aus einem alten Objektiv und Okular gebastelt habe. Er hat ein sehr grosses Gesichtsfeld (15 Grad) und zeigt deutlich mehr als das freie Auge. Heute gab es eine freisichtige Grenzgrösse von 5,0mag im Kleinen Wagen. Mit dem 3x28 beobachtete ich z.B. Delta Cephei nahe seinem Maximum. Er ist dann etwas heller als der nahe stehende Zeta Cephei. Das Ansteigen und Abflauen der Helligkeit im Verlauf von etwas mehr als fünf Tagen lässt sich gut beim Vergleich mit Zeta und Epsilon Cephei verfolgen.

Mit dem 3x28 versuchte ich auch einige Deepsky-Beobachtungen, da es nach dem Wolkenabzug ziemlich klar war. Der Grosse Orionnebel M 42 war deutlich als kleiner Nebel sichtbar, ebenso die Andromeda-Galaxie M 31. Sogar die Dreiecksgalaxis M 33 konnte ich als sehr schwache Aufhellung am richtigen Ort identifizieren!

Zum Schluss suchte ich noch den Kometen C/2002 T7 (LINEAR) auf. Er stand im Dreieck und mit dem Newton 105/445mm war er bei 19x und besser bei 30x sichtbar und stand nicht weit nördlich eines Sterns 8.Grösse. Ich schätzte seine Gesamthelligkeit auf 8,7mag, wobei ich die Sterne auf die Kometengrösse defokussierte und den Kometen ganz leicht unscharf stellte. Bei 56x zeigte der Komet eine Koma mit ca. 1,5 Bogenminuten Durchmesser. Sie war deutlich zentral verdichtet mit einer etwas flächigen zentralen Verdichtung (DC=6). Der Komet zeigte auch einen kurzen Schweifansatz mit ca. 5 Bogenminuten Länge nach etwa Osten (genauere Schätzung: Positionswinkel 80 Grad).