M42 + M45

Kaltenleutgeben, 24. 01. 2004

20040124gba19.html

Beobachter:Gerhard Bachmayer
Datum:24. 01. 2004
Zeit:19.00 MEZ
Ort:Kaltenleutgeben
Instrument:Intes Micro MN76 auf OTE150 + Canon EOS 10D
Bedingungen:

Durchsicht:sehr gut (1)
Aufhellung:sehr gut (1)
Seeing:gut (2)
Freis. vis. Grenzgroesse:6.0
Temperatur:-12 °C
Wind:kein
Bemerkungen:Einer jener Naechte wo man nicht die Naehe einer grossen Stadt vermuten wuerde.

Bericht:

Endlich ging eine mehrwoechige astronomische Durststrecke zu Ende, und in mehreren aufeinanderfolgenden Naechten praesentierte sich der klare Winterhimmel in all seiner Pracht.

So baute ich am Freitag, den 23.1. meine Astrophotoausruestung auf der Terrasse auf, um beim Beginn der astronomischen Dunkelheit schussbereit zu sein. Als erstes Ziel hatte ich mir M45 vorgenommen. Ein Leitstern war schnell gefunden, aber das Teleskop wollte nicht und nicht nachfuehren. Nach langer Suche und vielen Systemchecks hatte ich endlich die Ursache gefunden - ich hatte die Montierung ueber ein falsches serielles Port angesprochen. Nun schien die Nachfuehrung zu klappen, durch einen Fehler in Astroarts musste ich den Laptop allerdings neu starten. O.K, nun also das Programm neu laden, Leitstern suchen, ein Bild von der Webcam runterladen - nanu, warum ist der Stern so schwach? Also neuen, helleren Stern suchen - ja wie gibts den das, noch immer zu schwach! Nach laengerem hin und her kam ich dann drauf, dass die Webcam ihre Einstellungen durch den Computerneustart "vergessen" hatte ...

Nach Korrektur der Einstellungen funktionierte alles wie am Schnuerchen,inzwischen war es aber bereits so spaet geworden, dass M42 optimal stand und deshalb mein neues Ziel werden sollte. So machte ich dann eine Serie von 10 x 300sec./ISO800 + 10 x 60sec/ISO800.

Als ich die aufgenommen Daten vom Kamerachip auf den PC transferierte hatte ich das naechste Aha-Erlebnis. Die Fokussierhilfe ( DSLRFocus) verwendet - um schnellere Ladezeiten zu erzielen - eine mittlere Aufloessung mit mittelstarker JPEG-Kompression, und ich hatte vergessen das Format auf RAW zurueckzustellen, das ohne Kompression volle Aufloesung mit 12 Bit pro Farbkanal liefert. Somit waren die Ergebnisse zwar nicht unbrauchbar, aber eigentlich nicht das was ich wollte. Etwas frustriert ging ich schlafen ... ( liess aber das Teleskop sicherheitshalber auf der Terrasse aufgebaut).

Gluecklicherweise war uns noch eine weitere klare Winternacht mit ausgezeichneter Transparenz ( und tiefen Temperaturen) vergoennt, Gelegenheit also um die Scharte von letzter Nacht wieder auszuwetzen. Dieses Mal verzichtete ich auf die Kamera-Chipkarte und lud die Bilder gleich aufs Laptop runter. Da wir im Haus einen WLAN ADSL-Router haben, laesst sich damit ein nettes kleines drahtloses Netzwerk einrichten, das mit 5Mbit/sec. zwar nicht das schnellste, aber fuer den Transfer mittlerer Dateigroessen flott genug ist. Somit konnte ich direkt aus der warmen Stube vom PC aus die Qualitaet der Rohbilder begutachten und bereits die Konvertierung vom RAW-Format ins TIFF-Format vornehmen.

Nachbearbeitet wurden die Bilder in ImagesPlus und bekamen den letzten Schliff in Photoshop.

Es standen wieder die gleichen Objekte am Programm: M45 und M42.

12x300sec./ISO800 (Astrofoto des Monats Jänner, ausgewählt von Gerald Rhemann; Anm. d. Red.)

15x300sec + 15x45sec./ISO800

Na also, es geht doch wenn man alles richtig macht ...

Gerhard Bachmayer

P.S. Die Bilder gibt es auch demnaechst unter

Bilder:http://www.pbase.com/gbachmayer/astropix