| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||||
| Datum: | 03. 04. 2005 | ||||||||||||||
| Zeit: | 14.00 bis 22.15 MEZ | ||||||||||||||
| Ort: | Sofienalpe | ||||||||||||||
| Instrument: | diverse, Saturn und Jupiter mit 12" Meade LX200 und Philips ToUCam Pro | ||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Frühling auf der Sofienalpe ...
Ein idealer Tag für ein Beobachterseminar mit anschließender Astropraxis. Schon vor dem Seminar baut Kurt das WAA-Teleskop vor dem Hotel Sofienalpe auf, das sorgt in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Gastgarten für Aufmerksamkeit. Volksnahe Astonomie wie sie typisch für die WAA ist!
Außer einer kleinen Fleckengruppe nahe der Scheibenmitte hat die Sonne aber nichts zu bieten, auch die Protuberanzen sind heute eher mickrig. Nach der Sonnenbeobachtung begeben wir uns ins Seminar "Besser beobachten - Jupiter und Saturn", in dem vor allem das Kapitel über Jupitermonderscheinungen für Furore sorgt - schön, dass heute Nacht welche zu beobachten sind. Nach dem Seminar erwartet uns ein wunderschöner Abend ...
Während die Sonne langsam versinkt, bauen wir unsere Instrumente - insgesamt 10 - auf; das lockt viele Spaziergänger an, denen wir bereitwillig erklären, was wir da machen. Einige versprechen, wiederzukommen, wenn es dunkel geworden ist. Und halten ihr Versprechen auch!
Ein kleiner Teleskopwald entsteht, und die Stimmung, die herrscht, ist in Worten nicht zu beschreiben. Lassen wir einfach Bilder sprechen ...
Die wenigen Dunstschleier am Horizont machen den Sonnenuntergang malerisch; dann verschwinden sie bald und machen Platz für eine herrliche Sternennacht. Nur der kühle, böige Wind stört etwas.
Einmal mehr ist das Seeing wirklich gut und Saturn, das erste Objekt unserer Astropraxis, ist einfach eine Wucht; wir können uns am Anblick des Ringplaneten gar nicht satt sehen. Vergrößerungen bis zu 600x (an entsprechend großen Geräte wie Rolands 18" Dobson) sind kein Problem. Und trotz Windes gelingt mir auch eine ganz gute Aufnahme mit der Webcam (6m Brennweite).
Doch jetzt heisst es, zu Jupiter wechseln, auch wenn der Planet noch tief steht. Immerhin gibt es heute Nach zwei Vorübergänge von Monden vor der Jupiterscheibe, und da heute Nacht Opposition ist, stehen die Monde ganz knapp vor ihren Schatten. Ein Durchgang von Europe endet in Kürze, also schwenken alle Rohre zum Riesenplaneten.
Das Seeing verzerrt den Riesenplaneten noch gewaltig und auch das sekundäre Spektrum ist nicht mehr wirklich in den Griff zu bekommen. Dafür zeigt Jupiter überraschend viele Details. Der zweite Durchgang, jener von Io, findet in der zweiten Nachthäfte statt. Ihn werden Roland Graf beobachten und Michael Karrer fotografieren. Da morgen ein Arbeitstag ist, bauen die meisten gegen 22 Uhr ab. Auch ich; ehrlich, etwas Schlaf kann nicht schaden. Drei klare Nächte in Serie an einem Wochenende kann schon sehr anstrengend sein ... Ende. |