| Beobachter: | Bernhard Rems | ||||||||||||
| Datum: | 14. 04. 2005 | ||||||||||||
| Zeit: | 22.00 MESZ | ||||||||||||
| Ort: | Wien Josefstadt | ||||||||||||
| Instrument: | LX90, DSI | ||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Nach längerer Beobachtungspause habe ich mein LX90 wieder entmottet und auf die Terrasse vor meiner Wohnung getragen. Anlass dafür war der neuerworbene Meade DSI, die ich natürlich ausprobieren wollte. Das Handbuch hatte ich nur überflogen und ich vertraute auf mein Improvisationstalent und eine gewisse Computeraffinität, um die ersten Aufnahmen zu machen. Nachdem ich den Laptop und den Computer aufgebaut hatte, führte ich die übliche Ausrichtungsprozedur für das LX90 aus. Homeposition (Tubus waagrecht nach Norden ausrichten), danach an zwei Referenzsternen kalibrieren. Vor dem ersten Aufnahmeversuch schwenkte ich mit Hilfe von Astroplanner (ein extrem praktisches Stück Software für Beobachter, mit dem man anhand sehr vieler Kriterien eine Beobachtungsliste zusammenstellen und automatisch abfahren kann) einige Doppelsterne im Löwen ab. Die eklatante Himmelsaufhellung begrenzte die Leistung des LX90 auf ca. 11mag, aber ich hatte vorsorglich eher hellere Paare in den Beobachtungsplan aufgenommen. Kurz vor 23 Uhr kam Jupiter hinter der Hauswand hervor (ich habe an meinem Beobachtungsplatz gerade mal 30 Prozent freien Himmel). Nach kurzer visueller Beobachtung mit einem Ultima 18mm fanschte ich den Meade DSI mit einer 2fach Barlow an das Teleskop und begann mit der Fokussierung. Der DSI überträgt Bilder der Planeten fast so schnell wie eine Webcam an den Computer, sodass ich nach einigen Minuten Fokussierung an den Monden ein halbwegs scharfes Bild erhielt. Ich liess die Software schnell noch einige Darkframes aufnehmen, dann setzte ich die Belichtungszeit auf 0,125 Sekunden und nahm ca. 20 Bilder auf, die vom Programm gestapelt und kalibriert wurden. Danach importierte ich das Resultat in ein Grafikprogramm und nahm eine sanfte Schärfung vor.
Das Ergebnis ist sicher nicht perfekt, zumal ich an der Kamera wenig Erfahrung mit den optimalen Einstelllungen habe, aber dennoch bin ich mit dem Ergebnis für die erste Aufnahme ganz zufrieden. Vergleichen Sie das Bild mit jenem von A. Pikhard, das ca. eine Stunde vor meinem aufgenommen wurde - die Details, die auf seiner Aufnahme sichtbar sind, sind auf meiner ein Stück weiter gewandert. Ich freue mich schon auf die ersten Versuche am Mond und an Deep Sky Objekten. Jetzt müsste Meade nur endlich den Fokalreduktor F3.3 liefern können (angeblich nicht vor Juni), dann stünde ausgedehnteren Experimenten mit der Kamera nichts mehr im Wege. Bis dahin werde ich weiter mein Glück an Mond, Planeten und Asteroiden sowie Doppelsternen versuchen. |