M67 und NGC 2903

Wien Josefstadt, 23. 04. 2005

20050423bre22.html

Beobachter:Bernhard Rems
Datum:23. 04. 2005
Zeit:22.00 bis 23.00 MESZ
Ort:Wien Josefstadt
Instrument:LX90, DSI, F/3.3
Bedingungen:

Durchsicht:schlecht (4)
Aufhellung:sehr schlecht (5)
Seeing:ausreichend (3)
Freis. vis. Grenzgroesse:3.0
Bemerkungen:Viel Mondlicht!

Bericht:

Trotz des nahen Vollmondes wollte ich natürlich meine Versuche mit dem Meade DSI weiter fortsetzen, zumal ich am Vormittag in den Besitz eines f/3.3-Reducers (Dank an Hrn. Binder) kam (die Lieferschwierigkeiten bei diesem Zubehör sind ja nichts Neues mehr). Der nahende Vollmond, die völlig durchgeknallte Rathausbeleuchtung und leichter Dunst machten die Versuche nicht besonders erfolgsversprechend, zumindest, was Deep Sky Objekte anbelangte.

Die sehr gute Nachricht gleich zu Beginn: Die Goto-Funktion des LX90 ist genau genug, um die gewünschten Objekte auf dem Chip bei f/3.3 zu plazieren (ein parfokales Okular ist ja wegen der Unmöglichkeit, den Fokus mit einem Zenitspiegel und dem elektrischen Fokussiermotor zu erreichen, nicht wirklich einsetzbar). Aber nachdem der Chip gut 25x20 Bogenminuten abdeckt, bekommt man bei gutem Setup jedes Objekt gleich auf den Chip.

Der enormen Himmelsaufhellung wegen versuchte ich mich zunächst an M67, einem offenen Sternhaufen. 15 Bilder zu je 8 Sekunden brachten eine Grenzhelligkeit von knapp über 15mag, allerdings ist das LX90 mit dem Reducer eine vignettierte Lichtkanone, sodass die Himmelshelligkeit hier eher die Grenzen setzt als die Empfindlichkeit des Chips. Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich recht zufrieden.

Nächste (und letzte) Station war NGC 2903, eine relativ helle Spiralgalaxie, deren helles Zentrum schon auf den 1s Livebildern zu erahnen war. Leider schlägt natürlich gerade bei flächigen Objekten die Himmelsaufhellung eklatant durch, und man stösst bei der Nachbearbeitung schnell an die Grenzen. Dennoch ist auf dieser insgesamt zwei Minuten belichteten Aufnahme wieder einiges zu sehen, obschon der Himmelshintergrund selbst wieder bei ca. 15mag alles ersäuft. Ich habe mir das Objekt für eine dunklere Nacht jedenfalls schon vorgemerkt - um die Ergebnisse vergleichen zu können.

Nach dieser Aufnahme kam der Mond ums Hauseck und vertrieb mich an den Desktop-Computer zur Nachbearbeitung. Jetzt hoffe ich auf eine baldige Wetterbesserung, um mich an weiteren Deep Sky Objekten und lichtschwächeren Asteroiden zu versuchen...