| Beobachter: | Bernhard Rems | ||||||||
| Datum: | 28. 04. 2005 | ||||||||
| Zeit: | 21.30 bis 23.00 MESZ | ||||||||
| Ort: | Wien Josefstadt | ||||||||
| Instrument: | LX90 f/3.3, Meade DSI | ||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | In meinem Beobachtungsbericht vom 23. April habe ich angekündigt, bei besseren Bedingungen einen erneuten Versuch mit dem Meade Deep Sky Imager an NGC 2903 vorzunehmen. Dieser Abend bot dafür relativ brauchbare Bedingungen (ziemlich klare Luft und kein störender Mond in der Nähe), also schnappte ich mir gegen 21:30 mein LX90 und den Laptop, um mich auf der im 1. Stock gelegenen Terasse (mit leider nur kleinem sichtbarem Himmelsausschnitt) erneut ans Werk zu machen. Das Gerät war schnell ausgerichtet, danach liess ich FocusMax an einem mäßig hellen Stern automatisch den besten Focus für die Aufnahme finden. Leider war die Luft unruhig und der Tubus noch nicht wirklich auf Umgebungstemperatur - daher ist der Fokus nicht ganz perfekt geworden. Den ersten Durchgang versuchte ich in der mitgelieferten Software. Ich summierte 20 Bilder zu je 30 Skeunden. Und dabei offenbarte sich ein Problem: Bei einer gesammelten Belichtungszeit von 15 Minuten ist bei einer Alt/Az-Montierung die Bildfelddrehung nicht mehr vernachlässigbar und damit die Aufnahme in sich verdreht. Ich beschloss also, die Aufnahmen nicht automatisch im Programm aufsummieren, sondern einzeln auf die Festplatte ablegen zu lassen und sie danach in meinem Maxim DL zu stacken, und zwar mit zwei Referenzsternen, um damit der Bildfelddrehung entgegen zu wirken. Den Abzug des Dunkelbildes erledigte dabei die DSI-Software bei den gespeicherten Bildern nach wie vor automatisch. Gute 15 Minuten später hatte ich die gewünschte Aufnahme fertig gestellt. Ich entschloss mich, eine gleich lange Aufnahme von M65 direkt in Maxim DL CCD zu machen. Also schnell das Fernrohr auf die Galaxie geschwenkt, die Sequenz programmiert und wieder eine gute Viertelstunde gewartet. Dann schnell abgebaut, die externe Harddisk mit den Bildern an den Desktop PC angeschlossen und nachbearbeitet. Als sich durch die ersten Schritte der Nachbearbeitung NGC 2903 deutlicher abhob, war ich mehr als positiv überrascht. Ich sah Spiralarme, helle Knoten, dunkle Bereiche. Und das in 15 Minuten? Mir war klar, dass man sich durch zu starke Nachbearbeitung manchmal künstliche Strukturen in eine Aufnahme bringen kann, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben, also suchte ich im Internet nach dem Ende der Bearbeitung nach einer photographischen Aufnahme der Galaxie, um die Details vergleichen zu können. Aber da war nichts, was nicht hätte sein dürfen. Vergleichen Sie die Aufnahme einmal mit dieser hier, die mit einem 20-Zöller und einer SBIG ST-9E gemacht wurde - für eine kleine, günstige CCD-Kamera in Anfängerhänden schlägt sich der Meade DSI ganz wacker. Die Grenzgröße der Sterne dürfte irgendwo zwischen 17mag und 18mag liegen.
Weiter ging es mit der Bearbeitung der Aufnahme von M65. Auch hier zeigten sich schnell ganz interessante Details wie zum Beispiel das dunkle Band oder körnige Strukturen um den Kern. Der DSI liefert mir mehr, als ich mir eigentlich für meine ersten Gehversuche erwartet habe.
Zusammemnfassend bin ich mit den Ergebnissen der Beobachtungsnacht recht zufrieden, zumal ich spüre, dass die Grenzen der Qualität immer noch deutlich von meiner Unerfahrenheit und noch nicht von der Kamera selbst gesetzt werden. Zum Beispiel denke ich, dass NGC 2903 mit f/6.3 und einer halben Stunde Gesamtbelichtungszeit noch einiges mehr bieten könnte. Mal sehen, ob ich diese Aufnahme noch machen kann - NGC 2903 rutscht mir leider schon recht nahe an die westliche Hauskante. Sollten Sie Interesse an einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch über den Meade DSI haben, können Sie mich übrigens gerne unter bernhard |