| Beobachter: | Alexander Pikhard, Natalie Ebner | ||||||||||
| Datum: | 30. 04. 2005 | ||||||||||
| Zeit: | 21.00 bis 01.00 MESZ | ||||||||||
| Ort: | Wien 12 | ||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Minolta Dimage Z3, Philips ToUCam Pro | ||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Die Wolken, die am Nachmittag teils noch sehr dunkel und bedrohlich wirkten, lösen sich auf, und so endet der April mit einem sehr klaren Abend. Zu spät ist es schön geworden, zu spät, um eine Ausfahrt zu unternehmen, und so baue ich mein Instrument auf der Terrasse auf. Es soll sich lohnen. Denn einmal mehr herrscht wirklich gutes Seeing, zumindest zeitweise. Auch wenn es noch so klar ist, heute wird es ein Planetenabend. Ich möchte noch einmal Saturn aufnehmen und meine "innere Jupiter-Uhr" verrät mir, dass heute der GRF wieder zu sehen sein müßte. Wie das funktioniert? Nun, die Rotation von Jupiter im System II beträgt knapp 10 Stunden, zwei Tage sind 48 Stunden, am 28. war der GRF am Abend zu sehen, also müsste er es heute Nacht ± 2 Stunden wieder sein. Doch zuerst zum Saturn. In der Tat ist das Seeing exzellent und mit jener Konfiguration, die mir eine Äquivalentbrennweite von 4,5m beschert (die Linse der 2x Meade Barlow direkt auf die Webcam geschraubt) nehme ich den Ringplaneten mit 1.200 Frames à 1/25s; verwertbar sind 600 Frames, hier das Ergebnis:
Es muss angemerkt werden, dass es noch nicht ganz dunkel ist, was der Aufnahme einen besonderen Reiz verleicht. Nach 5 Saturn-Serien, unter denen obige Aufnahme die beste wird, geht es zu Jupiter. Es soll heute Nacht ein unglaubliches Schauspiel werden, auch wenn Jupitermonderscheinungen fehlen. Aber das macht die Atmosphäre des Planeten mehr als nur wett. Um 21.19 Uhr MESZ, das Seeing ist sehr gut, dominiert eine markante Störung das NEB (auf den Aufnahmen ist Norden unten, Süden oben, Osten links und Westen rechts, ich habe also durch den Zenitspiegel aufgenommen, anders als beim Bericht vom 28. April). Die Störung reicht weit in das NEB hinein und wird von einer auffällig blauen Wolke begleitet.
Das Seeing wird jetzt etwas schlechter und das Auftauchen des GRF - samt Verschwinden der Störung am Rand - ist nicht ganz so detailreich wie die erste Aufnahme.
Trotz "nur gutem" Seeing sind die Details im GRF und im SEB nahe dem GRF bemerkenswert; eine weiße Struktur sieht aus, als würde der Fleck "ausrinnen"; nach dem GRF folgen im SEB viele, große, helle Strukturen, die das Band beinahe aussetzen. Ein bemerkenswerter Kontrast zu der dunklen Struktur im SEB, die dem GRF vorangeht. Gegen Mitternacht (MESZ) wird das Seeing extrem gut und da jetzt mein Tubus auch seine Betriebstempteratur erreicht hat, zeigt das 12" LX-200 jetzt, was es kann. Unglaublich, was da an Details herauskommt. Die beiden Sequenzen von 1. Mai, 00.28 und 00.29 Uhr MESZ sind auch was das Stacken anbelangt rekordverdächtig: Die 90 Prozent-Qualitätsschranke liegt bei 909 (!) bzw. 808 Frames ...
So strukturiert sieht man Jupiter selten. Schade, dass er nicht höher steht, aber alles kann man wohl nicht haben. Eine bemerkenswerte Planetennacht, die mir einmal mehr die Erkenntnis gebracht hat, dass mir diese Aufnahmetechnik liegt und auch meinem Instrumentarium entspricht. Noch eine Bemerkung zu den Jupitermonden: Ein kleiner Feldstern verleiht dem System heute einen durchaus originellen Anblick:
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