Jupiter-Abenteuer

Editz, 02. 05. 2005

20050502dis00.html

Beobachter:Doris Istrate
Datum:02. 05. 2005
Zeit:00.20 bis 02.00 MESZ
Ort:Editz
Instrument:10"-Dobson, Olympus C 760
Bedingungen:

Bericht:

Als mich der benachbarte Bauer anrief, dass der Bagger den Grund um die Jagdhütte bereits planiert hatte, war ich leicht überrascht. Eigentlich wollte ich dabei sein, aber so düste ich schnell hinaus, um das Wunderwerk zu besichtigen.

Der Zugang zu Hütte war weg, ich hüpfte elastisch die kleine Böschung hinunter.

Meine Beobachtungsplattform war auch verschwunden, die Steinplatten lagen fein säuberlich unter dem Tisch. Alles sah nach Mondlandschaft aus.

Also schnell alles mit dem Rechen geebnet, 10 Schubkarren Steine weggeschleppt, Unebenheiten kübelweise mit Erde aufgefüllt, umgesägte Bäume weggeschleppt. Am Abend war ich völlig erledigt, phantasierte nur noch von einem weichen Bett.

Aber dann zeigte sich ein strahlend schöner Himmel, wie aus dem Bilderbuch, also musste das weiche Bett noch warten. Warten musste ich auch auf Jupiter, der erst gegen Mitternacht hinter dem Wald auftauchte. Normalerweise hätte ich den Dobson von der Hütte weiter weg tragen können, wo sich Jupiter früher zeigte, aber mit dem schweren Teleskop über die Böschung zu klettern war mir doch zu riskant. Kurz nach Mitternacht schleppte ich den Dobson zu meinem Beobachtungsplatz, der jetzt nur aus aufgewühlter Erde bestand. Das Nachführen wurde zum Abenteuer, weil bei jeder Bewegung die Rockerbox seitlich in der weichen Erde einsankt und das Rohr sich wie der schiefe Turm von Pisa neigte. Trotzdem versuchte ich Jupiter zu fotografieren, obwohl auch das zum Abenteuer wurde. Jupi bewegte sich im 10-Zöller so rasch über den Monitor des Fotoapparates nach links, dass er bereits verschwunden war, bevor der Selbstauslöser klickte. So musste ich Jupi rechts ausserhalb des Bildrandes positionieren, um ihn nach 12 Sekunden Verzögerung noch zu erwischen. Bei zahlreichen Aufnahmen erhaschte ich nur ein Zipferl oder gar nichts, bis Jupi endlich einmal genau in der Mitte stand, als der Apparat auslöste.

Aber es war ein endloses Geduldsspiel. Muss noch in Erfahrung bringen, ob sich die Auslösezeit von 12 Sekunden reduzieren lässt, denn dieses Fangerlspiel ist schon sehr mühsam.

Dann folgte noch ein kurzer Streifzug über den traumhaften Himmel, bis ich restlos geschafft in mein Bettchen fiel.