| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||
| Datum: | 12. 05. 2005 | ||||||||||
| Zeit: | 22.00 bis 23.30 MESZ | ||||||||||
| Ort: | Wien 12 | ||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Minolta Dimage Z3, Philips ToUCam Pro | ||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Ein sehr klarer Abend und die Erwartung interessanter Jupitermonderscheinungen lassen mich bald das Fernrohr aufbauen, damit es in der Dämmerung gut abkühlen kann. Dabei ergibt sich die Gelegenheit, bei zunächst gutem Seeing der dünnen Sichel des zunehmenden Mondes einen Besuch abzustattetn. Mit dem 75mm Projektionsokular mache ich eine recht gute Aufnahme und versuche in Folge, die gestrigen Digicamtests am Mond zu wiederholen - mit dem überraschenden Ergebnis, dass das Stacken von Digicamfotos vom Mond überhaupt keinen Qualitätsgewinn bringt, im Gegenteil! So bleibt es bei einem Schnappschuß.
Jetzt zu Jupiter. Schon in der ersten Serie um 21.39 Uhr MESZ ist der Schatten von Europa deutlich zu erkennen, im 14mm Pentax-Okular auch visuell. Die Webcam-Aufnahme (1,5x Barlow, 4,5m Brennweite) zeigt zu meiner Freude auch den Mond Europa vor dem Jupiter, noch dazu sehr deutlich. Und der GRF schickt sich an, den Rand zu überschreiten. So randnah habe ich ihn überhaupt noch nie gesehen.
Etwas später, um 22.06 Uhr MESZ, steht Europa schon seitlich von Jupiter. Io rückt dem Planeten näher, das wird ein Durchgang mit späterem Schattenvorübergang (doch daraus wird nichts werden). Der Schatten von Io befindet sich jetzt im Zentralmeridian, der GRF ist auch schon da. Fast so schön, wie am Dienstag auf der Uni-Sternwarte. Aber eben nur fast. Bemerkenswert ist auch eine mächtige Störung in der EZ, die vom NEB (unten) in einer sehr blauen Wolke ausgeht. Interessant auch die zahlreichen Turbulenzen in der NPR.
Leider ziehen, ganz in Widerspruch zum aktuellen Satellitenbild, immer mehr Wolken auf, und das Seeing bricht zusammen. Um 23.09 Uhr MESZ gelingt mir noch eine letzte, recht schlechte Serie. Die Aufnahme zeigt noch den Schatten von Europa, Io steht aber bereits vor dem Jupiter, und der GRF ist weit zum Meridian vorgedrungen.
Alles in allem ein sehr interessanter Abend, wenngleich das Wetter leider entgegen allen Vorhersagen nicht mitgespielt hat. Muss eine sehr lokale Erscheinung gewesen sein. |