Sternabend

Cobenzl, 14. Mai 2005

Es ist unser erster "normaler" Sternabend auf dem Cobenzl nach dem Astronomietag, und viele Fragezeichen stehen im Raum. Zunächst einmal das Wetter. Wird es überhaupt eine Chance geben, angesichts der Prognosen und vor allem der Wettersituation unter Tags? Dann der Ort. Wir er sich bewähren oder werden wir mit unseren Fernrohren eher einsam in der Gegend herum stehen?

Die Wettersituation entwickelt sich einmal mehr zum Krimi. Nachdem es sich unter Tags mehr und mehr bedeckt und die Wolken düster werden - nur BOLAM zeigt ein "Loch" mit lediglich 50% Bewölkung für 20 Uhr an - kündigt sich dieses Föhnloch gegen 17 Uhr mit aller Vehemenz an, und es wird noch einmal sogar wolkenlos. Ein Check mit Mariazell zeigt, dass das Wolkenloch zumindest bis dorthin reicht, also das sollte für die nächsten Stunden genügen. Wir sagen an.

Ob und wie sich der Ort bewährt, wird sich zeigen. Da am Horizont, rund um uns, ferne Wolken stehen, haben wir es mit dem Aufbau sehr eilig, je früher, desto besser.


Aufbau auf der grünen Wiese

Viele große Kanonen sind heute wieder da

Schon bald sehen wir den Mond am blauen Himmel stehen; anfangs noch etwas kontrastarm, doch bald ist er im Fernrohr ein schöner Anblick.

Obwohl es gar nicht danach ausgesehen hat, zieht unsere Aktivität doch bald etliche Schaulustige an. Ein paar verzweifelte Anrufe kommen am WAA-Telefon herein; einige suchen uns vergeblich - am Kahlenberg. Wir haben leider zu spät von der Schließung der Terrasse erfahren und konnten unser Programm nicht mehr umschreiben. Im nächsten Veranstaltungsprogramm wird alles schon berichtigt sein.


Erst kommen einige wenige, ...

... dann aber immer mehr

Und so wird es denn ein Sternabend ...

Das Wetter beschert uns einmal mehr einen Sternabend; Saturn verschwindet zwar bald in den im Westen aufsteigenden Gewitterresten, ihn beobachten wir noch in der Dämmerung; seine Saison ist ohnedies schon bald vorbei. Doch Mond und vor allem Jupiter sorgen noch lange für Begeisterung an den Fernrohren. Hoch über Wien erleben wir gemeinsam mit unseren Gästen schöne Sternstunden.


Der große Dobson ist der Mittelpunkt ...

... an diesem bunten Sternabend

Es wird spät dunkel, doch Mond und Jupiter sind zum Glück hell genug, um auch in der Dämmerung gut beobachtet werden zu können. Und als die dünnen Wolken den Mond mehr und mehr verschleiern, bleibt Jupiter unser "Star".


Jupiter (Webcambild um 20.59 Uhr MESZ, F=4,5m,
500 Frames à 1/25s, N oben, E links; rechts unten Io).


Jetzt wird es allmählich dunkel ...

... und alles blickt zu Jupiter

Hoch über Wien kommt der Mond ...

... doch noch einmal aus den Wolken

Astronomie begeistert Groß und Klein

Ein UFO? Nein, die ISS.

Zuletzt beschert uns noch eine Passage der Internationalen Raumstation (ISS) Abwechslung und ganz zum Ende des Sternabends erlaubt ein Wolkenloch sogar noch die Beobachtung eines Doppelsterns - damit wir nicht nur im Sonnensystem bleiben.

Rund 60 Besucher/-innen zählen wir an diesem Sternabend. Also bewährt sich der Platz? Na, sagen wir einmal, teilweise. Wir vermissen die Stimmung vom Kahlenberg schon sehr; auf der großen Terrasse war alles offener, nicht nur räumlich, sondern auch von der Einstellung. Hier, hinter der Hecke, stehen wir versteckt und alles ist recht eng. Für die nächsten Sternabende werden wir zunächst einmal ein paar Maßnahmen setzen: Die Fernrohre weiter auseinander stellen, die Wiese ist ja groß genug. Wir müssen mehr Ablagetische mitbringen, damit die Bänke zum Sitzen frei bleiben. Und wir brauchen auch etwas, um unsere Infotafeln präsentieren zu können, denn auf der abschüssigen Wiese können wir unser Informationszelt nicht optimal einsetzen.

Der nächste Sternabend findet am 11. Juni hier statt. Wir freuen uns schon auf die Herausforderung.

Text und Fotos: Alexander Pikhard