Zweiter Termin unserer Jupiterführungen auf der Wiener Universitätssternwarte in diesem Frühjahr. Heute ist unsere Gruppe etwas größer, verstärkt durch eine Abordnung aus Mariazell; und - heute ist das Wetter viel besser. Warm und nach Durchzug einer sehr kleinen Front strahlend klar.
Noch eine kleine Änderung gegenüber dem Programm der letzten Führung: Heute ist auch der Mond zu sehen, und schon am hellen Tag steht er, nicht zu übersehen, am klaren Himmel über den Bäumen des Sternwartegeländes.
![]() Dr. Bernhard Aringer begrüßt die Gruppe, ... |
![]() ... dann geht es schon ins Gebäude |
![]() Immer wieder eindrucksvoll: |
![]() Der Eingangsbereich des Instituts |
![]() Nach einem kurzen Vortrag ... |
![]() ... ... geht es hinauf zum Fernrohr |
Es ist ein wunderbar klarer Abend, keine Wolke trübt mehr den Himmel, Mond und Jupiter zieren das Panorama in der Dämmerung.

Blick vom Rundgang der großen Kuppel von Südosten nach Südwesten
Roland Ottensamer führt uns wieder in der Kuppel. Es ist für alle, die zu ersten Mal hier sind (und das sind die meisten) ein erhebender Anblick, wie die Hebebühne hinauf fährt und dann das 4,5 Tonnen schwere, fast 11 Meter lange Teleskop zum Mond geschwenkt wird - natürlich händisch, wie vor 130 Jahren auch schon.

Der Mond ist unser erstes Ziel
Das Seeing ist heute gar nicht schlecht. Natürlich ist es nicht möglich, den Mond in diesem riesigen Teleskop auf einmal zu sehen, aber die Details sind interessant.
![]() Interessierte Blicke durchs Fernrohr ... |
![]() ... zu Details auf dem Mond (Aristarch, Herodot und Schrötertal) |
So mancher stellt mit einer gewissen Befriedigung fest, dass der Blick durch den 68cm Refraktor gar nicht so viel besser ist als durch ein 10" oder 12" Amateurteleskop; na ja, sehr große Fernrohre brauchen auch sehr gute Bedingungen - darum baut man sie heutzutage ja nicht mehr in einer Stadt, sondern in ganz entlegenen Gebieten der Erde mit erstklassigen Sichtbedingungen. Und etwas später wird uns der Refraktor ja auch zeigen, was er kann.

Klein wirken die Menschen unter diesem riesigen Teleskop
Als zweites Objekt des Abends steht Jupiter auf dem Programm. Dazu müssen wir die Bühne senken und dabei das Fernrohr auf Jupiter richten. Wie im Theater, ein richtiger Kulissenwechsel, alles bewegt sich: Boden, Kuppel, Teleskop. Beeindruckend. Und dann erst der Blick zum Riesenplaneten - das Seeing ist gut, das Erlebnis ein besonderes.
![]() Das Rohr zeigt auf Jupiter |
![]() Alle scharen sich ums Okular |
![]() Nachdem alle durchgeschaut haben, sind die Fotografen an der Reihe |
![]() Hier wird ein Webcamvideo gestackt |
10,5m Brennweite und 68cm Objektivdurchmesser - den Roland auf ca. 40cm abblendet - sind schon eine ideale optische Konfiguration für Planetenfotografie, etwas skurril wirkt meine kleine Webcam an dem riesigen Rohr.
Thomas Brüll gibt mit Photoshop dem Bild noch den letzten Touch mit einem synthetisierten Blaukanal, und so behalten wir Jupiter an diesem Abend in Erinnerung:

Webcambild aus ca. 400 Frames zu je 1/25s, Bildbearbeitung: Thomas Brüll
Die Details sind in keinem kleineren Instrument zu erreichen; man beachte die Strukturen in und zwischen den Bändern, die vielen hellen und dunklen Ovale, den GRF ganz nahe am Rand (rechts unten). Der Mond, der jeden Moment bedeckt wird, ist Io.
So durften wir einmal mehr Sternstunden auf dieser bemerkenswerten Sternwarte erleben - herzlichen Dank an Bernhard und Roland auch für diese Führung!
Text und Fotos: Alexander Pikhard