| Beobachter: | Alexander Pikhard, Natalie Ebner | ||||||||||||||||
| Datum: | 29. 05. 2005 | ||||||||||||||||
| Zeit: | 22.30 bis 23.51 MESZ | ||||||||||||||||
| Ort: | Wien 12 | ||||||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX-200, Philips ToUCam Pro | ||||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: |
Es gibt im Leben nur einen Fehler, nämlich eine Chance auszulassen. Zum Glück begehe ich diesen heute nicht. Nach dem gestrigen schönen Beobachtungsabend auf der Hohen Wand und dem heute viel dunstigeren Wetter denke ich erstens nicht daran, hinauszufahren, und zweitens gar nicht ans Beobachten. Doch dann betrachte ich die wenigen hellen Sterne, die von diesem dunstigen Dämmerungshimmel leuchten, und mir fällt auf, sie flimmern nicht. Also doch aufbauen. Tubus Temperieren ist heute kein Thema; es ist so warm, dass mein Instrument eher zu kühl als zu warm ist. Ein erster Blick zu Jupiter: Spitze! Wir hatten ja schon einige Abende mit gutem Seeing, aber heute rührt sich gar nichts. Ich mache ein paar Aufnahmeserien von Jupiter mit Brennweiten von 4,5m, 6m und 9m (1,5x, 2x und 3x Barlowlinse bei F=3m); einmal mehr stellt sich heraus, dass die 4,5m die optimale Brennweite für die ToUCam sind; die Blende entspricht f/15 und bei 12" kommt noch genug Licht durch. Zu dunkel dar's nicht werden - so entstehen nämlich diese grauslichen Gradientenartefakte wie gestern. Serien von ca. 1000 Aufnahmen (1/25s) gehen sich gerade noch aus, sonst schlägt schon die Planetenrotation zu. Und - fast alle sind bei 90 Prozent Qualitätsschranke verwertbar. Soviel zum Seeing, und jetzt lassen wir die Bilder sprechen. Norden ist unten, Osten links. Wunderschön sieht man, wie der GRF - in dem sogar Details zu erkennen sind! - rasch zum Planetenrand wandert und eine wilde Störung im SEB erzeugt. Das NEB ist auffällig dunkel und auffällig rot - auch visuell - während das SEB durch die Störung sehr hell ist. Bemerkenswert auch die türkisblauen Wolken am S-Rand des NEB. Die Polarregionen sind sehr ruhig heute, keine Spur mehr von den vielen Bändern. Zwischendurch noch ein Bild mit 3m Brennweite, es zeigt auch drei der vier hellen Monde, nur Ganymed ist sich nicht mehr ausgegangen. Wie gesagt. Hätte ich mich von den nicht so optimalen Bedingungen beeinflussen lassen, hätte ich einen der besten Jupiter-Abende heuer versäumt. |