Dieses Astropraxis-Wochenende in Mariazell verläuft zweigeteilt; von Freitag auf Samstag eine sehr schöne Beobachtungsnacht, am Samstag dann Unwetter gefolgt von einer Nacht, in der außer Wolken nichts zu beobachten ist.

Frühsommerliche Abendstimmung über Mariazell
Viele von uns haben eine anstrengende Arbeitswoche hinter sich. Doch ist man einmal auf der Stehralm und blickt man auf das grandiose Panorama mit der untergehenden Sonne, atmet die reine Almluft und trifft seine Astrofreunde wieder, sind die Sorgen vergessen.
![]() Die Abendsonne streichelt noch einmal die Almwiese |
![]() Party zwischen Erde und Himmel |
Normalerweise ist Samstag der "Hauptabend" bei unseren Workshop-Wochenenden, doch der Wetterbericht lässt uns den geselligen Höhepunkt in Form einer Grillparty auf Freitag vorverlegen. Der Himmel ist klar, doch der Abend und die Dämmerung sind lang.
![]() Fachsimpeln am Grillbuffet |
![]() Der Koch in Aktion |
![]() Relaxen bis zur Dunkelheit |
Doch nach und nach wird es ernst mit dem Beobachten; die Kuppel wird geöffnet, die Instrumente aufgebaut.
![]() Die Kuppel öffnet sich und ... |
![]() ... rund um die Sternwarte entsteht das übliche kleine Teleskoptreffen |
Anfänglich starker Wind und sehr schlechtes Seeing machen sinnvolles Fotografieren heute nicht möglich, also wird es eine visuelle Nacht. Während rund um die Sternwarte eifrig ausprobiert und beobachtet wird, verwenden Günther und ich den nicht so optimalen Abend dazu, das neu aufgestellte Fernrohr einzujustieren und ein T-Point-Modell für die Paramount-Montierung zu erstellen. 61 Sterne werden eingestellt und die Abweichungen von der Idealposition dem Computer mitgeteilt.
Gegen Mitternacht ist es endlich dunkel. Das Seeing ist noch immer lausig, doch eine ganz harte Gruppe harrt bis 3.30 Uhr in der Kuppel zur visuellen Beobachtung aus und wird mit tollen Anblicken belohnt; mein 40mm Pentax-Okular mit UHC-Filter am 16" LX200 zeigt uns, dank guter Durchsicht, die Nebel in der Milchstraße (Lagunen-, Trifid-, Omega- und Adlernebel, Cirrus- und Crescentnebel) in kaum erlebter Güte. Da schaut man gerne minutenlang durchs Fernrohr, und das in zwei bis drei Durchgängen. Auch die Kugelsternhaufen M5, M13, M92 und M22 begeistern (vor allem letzterer), obwohl sie durch das Seeing schon sehr leiden.
Die Morgendämmerung beendet diese herrliche Nacht, und mit einem - nicht wirklich ernst zu nehmenden - Blick zum Mars beenden wir die Beobachtung.
Der nächste Morgen empfängt uns grau; das Wetter hat sich umgestellt, eine Gewitterfront ist im Anzug.

Ganz anders präsentiert sich unser Panorama heute Nachmittag
Gut, für heute Nachmittag brauchen wir kein schönes Wetter. Der Workshop läuft unter dem Titel "Wie funktionieren Computerplanetarien?"; da gilt es zunächst, die grundlegenden Bewegungen der Erde zu verstehen, Fundamentalastronomie pur. Nach der Pause geht es dann an den Computer, wo wir anhand von Starry Night Pro die Theorie des ersten Teils umsetzen.

Computerworkshop
Nach Ende des Workshops machen uns ein paar Sonnenstrahlen Hoffnung; die Abendstimmung erinnert an "Independence Day" oder ähnliche Filme ...

Die Sonne bricht durch die Wolken und läßt die nasse Landschaft dampfen
![]() Zartes Abendrot nach dem Sturm ... |
![]() ... und lichte Flecken über dem Nebel im Tal machen Hoffnung |
Doch die Nacht bleibt leider bedeckt. So bleibt es beim Fachsimpeln und bei den üblichen und notwendigen Wartungsarbeiten am Instrument.
![]() Ein modernes Fernrohr ... |
![]() ... ist Technik pur und ... |
![]() ... braucht daher einen Techniker |
Ein abwechslungsreiches, stimmungsvolles und vor allem auch lustiges Workshopwochenende. Das nächste ist schon unsere Summer Star Party im August. Wie die Zeit vergeht ...
Text und Fotos: Alexander Pikhard