| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||||
| Datum: | 18. 06. 2005 | ||||||||||||||
| Zeit: | 20.30 bis 23.30 MESZ | ||||||||||||||
| Ort: | Sofienalpe | ||||||||||||||
| Instrument: | 12" Meade LX200, Minolta Dimage Z3, Philips ToUCam Pro | ||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Die typischen Schönwetterwolken lösen sich am Nachmittag auf und auch die doch etwas bedrohlich wirkenden Quellwolken über den Bergen fallen allmählich in sich zusammen. Ein makellos klarer Abend zeichnet sich ab; gewiß, der Mond wird stören, aber wenn die Durchsicht paßt, sollte sich ein guter Beobachtungsabend ausgehen. Auf der Sofienalpe warten zwei unangenehme Überraschungen: Erstens wird das Heu auf der Wiese eingeholt - mit mächtigen, Respekt einflößenden Maschinen. Die Bauern beenden ihre Arbeit zwar mit Sonnenuntergang, doch da habe ich schon auf dem Parkplatz aufgebaut. Zweitens: Der unangenehm kühle Nordwind. Er macht vor allem Webcamaufnahmen zum Lotteriespiel und legt sich, entgegen der Prognosen, nicht schon am frühen Abend. Dennoch wird es ein sehr schöner Beobachtungsabend; einzig schade ist, dass heute so wenige Beobachter hier sind.
Die klare Horizontsicht läßt die drei Planeten Merkur, Venus und Saturn zur leichten Sache werden. Schon bald nach Sonnenuntergang erkennt man die Venus mit freiem Auge, später auch die beiden anderen Planeten. Im Fernrohr zeigt sich Saturn zunächst noch überraschend schön; die strahlend helle Venus ist sehr rund, noch ohne merkliche Phase. Die zeigt der schwächere, rötliche Merkur allerdings doch deutlich. Zu meiner Überraschung gelingt sogar ein recht gutes Webcamfoto von Merkur. Bei Venus und Saturn versuche ich das gar nicht. Dafür gelingen später, wenn der Wind einmal Pause macht, ein paar sehr schöne Blicke zu Jupiter.
Eine sehr seltsame Struktur im SEB des Jupiter (im Bild das obere Band, da Osten links, Norden unten) halten wir zunächst für den GRF, doch er ist es nicht. Ein schönes Bild, dabei ist auch die Jupitersaison bald vorbei. Doch das dominierende Gestirn des Abends ist natürlich der Mond. Mit seiner schon sehr weit fortgeschrittenen Phase erhellt er die lange Dämmerung, dunkel wird es in dieser Nacht sicher nicht. Macht aber auch nichts.
Doppelsterne kommen auch nicht zu kurz. Da das Seeing zeitweise recht brauchbar ist, ist nicht nur Albireo sehr schön, sondern auch die engeren Objekte ε1 und ε2 Lyrae, ε Bootis und μ2 Bootis. Dank guter Durchsicht sind die Sternfarben heute auch sehr gut zu erkennen. Trotz hellem Mondlichts ist auch die Beobachtung von Deep Sky Objekten sinnvoll. Die gute Durchsicht macht es möglich. Die Kugelsternhaufen M3, M5, M13 und M92 sind wirklich herrlich, aber auch Planetarische Nebel (M57, NGC 6543) sind beeindruckend. Leider waren wir, obwohl Samstag, heute nicht sehr zahlreich. Gerade einmal drei Teleskope mit 5 Beobachter(innen), dazu zwei Autobusladungen mit mehr oder weniger interessierten Touristen aus Deutschland und China und einige wenige Spaziergänger. Vor ein paar Jahren wäre die Sofienalpe an einem so schönen Samstagabend nicht so ausgestorben gewesen. Irgendwie verändern sich die Dinge, nicht unbedingt zum Guten. Doch die, die heute hierher kamen, wurden durchaus belohnt. |