Mondaufgänge

Wien 12, 22., 23. und 24. 06. 2005

20050624api.html

Beobachter:Alexander Pikhard, Natalie Ebner
Datum:22., 23. und 24. 06. 2005
Ort:Wien 12
Instrument:Minolta Dimage Z3
Bericht:

Wie Sonnenauf- und -untergänge werden auch die Auf- und Untergänge des Mondes in ihrer Erscheinung vom Zustand der Atmosphäre beeinflusst. Wolken und Dunst bestimmen vor allem die Färbung des Mondes. Nach dem tief stehenden Vollmond ergibt sich eine gute Gelegenheit, eine Serie von Mondaufgängen zu beobachten. Der in Deklination steigende Mond verschiebt seine Aufgangszeit von Abend zu Abend geringer - ein Vorbote des Erntevollmonds im Herbst.

22. Juni

Mondaufgang ist um 22.06 Uhr. Wenig später ...


Dichte Wolken verhüllen unerwarteter Weise den Himmel. Reste von Gewittern haben sich am Horizont festgesetzt. Doch da taucht der Mond auf. Tief und unglaublich rot.


Nach einiger Zeit hat die Erddrehung die Sache erledigt und der Mond steigt hinter einem zusammen fallenden Gewitterturm auf. Gruselig!


Bald ist der ganze Mond zu sehen. Die Refraktion plattet ihn deutlich ab, und wenn man nicht ganz genau hinsieht, hält man den Mond durchaus noch für voll.


Der aufgehende noch fast volle Mond. Nur rechts ist schon eine Spur von Terminator zu sehen. Das Foto gäbe doch auch eine gute Mondfinsternis ab, oder? Und doch, es ist keine!

Mondaufgänge sind logischerweise düsterer als Sonnenaufgänge. Das verleiht ihnen, wie die Aufnahmen deutlich zeigen, einen recht unheimlichen Chjarakter.

23. Juni

Mondaufgang um 22.56 Uhr MESZ. Wenig später ...


Heute gibt es weniger Wolken, dafür mehr Dunst. Abgeplattet, unglaublich rot und jetzt mit schon deutlicher Phase geht der Mond auf - merklich weiter im Osten (links).


Das mit der Mondfinsternis haut jetzt nicht mehr hin - Mondfinsternis mit Phase ist unmöglich. Deutlich die Abplattung des Mondes durch die Refraktion.

Ohne Wolken ist es schon weniger gruselig ...

24. Juni

Mondaufgang um 23.31 Uhr MESZ. Wenig später ...


Mit Cirruswolken sieht das ganze schon wieder ganz anders aus als mit Cumuluswolken. In der überbelichteten Aufnahme schaut der Mondaufgang aus wie ein unterbelichteter Sonnenaufgang.


Heute sogar mit Teleskop: Abgesehen von der Farbe und der Abplattung ein normaler, abnehmender Mond. Die Cirren wirken als Mondfilter.


Etwas später: Aufgang einer Galaxie in Kantenstellung? Nein, Mond hinter einer dichten Cirre und überbelichtet.

Mal was anderes als Kontrast zu den sonst detailreicheren Aufnahmen. Aber Astronomie lebt auch von der Stimmung, finde ich.