Hurricanzauber

Varadero, 08. 07. 2005

20050708dis00.html

Beobachter:Doris Istrate
Datum:08. 07. 2005
Ort:Varadero
Instrument:Olympus C 760
Bericht:

[Anm. d. Red: Wie oft ärgern wir uns über das Wetter. Aber immhin, bei uns ist es meist mit ärgern abgetan. In anderen Gegenden der Welt muss man das Wetter fürchten. Aus diesem Grund veröffentlichen wir hier einmal einen durchaus nicht astronomischen Bericht]

Den Tsunami in Asien hatten wir um einen Tag verpasst, landeten erst "am Tag danach" in Rangoon (Burma). Aber diesmal waren wir genau vor Ort, als Kuba von zwei Hurricans heimgesucht wurde. "Dennis" verwüstete die halbe Insel, der nächste Hurrican "Emely" eine Woche später war nicht ganz so dramatisch, aber wir kamen auch da zum Handkuss.

Am "Tag davor" zeichneten sich schon die Vorboten von Hurrican "Dennis" am Himmel ab.

Zuerst braute sich das tägliche Gewitter über dem Festland zusammen und zauberte einen bunten Regenbogen über die Hotelanlage.

Dann näherten sich die ersten dunklen Wolken.

Meer und Himmel wurden pechschwarz, aber die Sonne kämpfte sich noch tapfer als weisses Licht durch.

Dann kamen wieder Farben in die Landschaft, der Himmel verfärbte sich rosa, das Meer wurde smaragdgrün.

Bei Sonnenuntergang zeigte der Himmel ein feuriges Farbenspiel.

Im Hotel herrschte Aufregung, der Weg des Hurricans wurde genau verfolgt. Kein Wunder, trieb er doch genau auf Varadero zu!

Die Hotelanlage wurde vernagelt und verbarrikadiert,

die Liegen im Swimmingpool versenkt.

Dann näherte sich der Hurrican. Die Palmen wurden vom Sturm ordentlich gebeutelt,

der Regen floss in Strömen,

und dann wurde es finster. Das Zentrum des Hurricans erlebten wir im Badezimmer, wo wir uns nach Anweisungen der Hotelleitung aufhalten mussten. Die halbe Nacht saßen wir ohne Strom im Finstern auf dem Badewannenrand und WC, kein Licht, keine Klimaanlage, und das bei 35° Wärme und 99 Prozent Luftfeuchtigkeit ... schwitz, dampf ... ! Nach Mitternacht ebbte der Hurrican ab und wir wagten uns trotz Blitz und Donner in die Betten.

Am Tag danach sah die Anlage etwas mitgenommen aus, aber sie hatte Stand gehalten, nur etliche Dachziegeln waren durch die Gegend geflogen.

Bald schien wieder die Sonne, und unsere Strandschlange wagte sich aus ihrem Versteck,

und ein winziger Salamander genoß mit neugierigem Blick die Sonne auf einem nassen Blatt,

bis Hurrican "Emely" kam, und alles wieder von vorne begann ...