Drei Planeten und Deep Sky

Sternwarte Mariazell, 05. 08. 2005

20050805api20.html

Beobachter:Alexander Pikhard
Datum:05. 08. 2005
Zeit:20.00 bis 03.00 MESZ
Ort:Sternwarte Mariazell
Instrument:12" Meade LX200, 16" Meade LX200, 5" Astrophysics Refraktor + StarlightXpress MX916
Bedingungen:
Durchsicht:sehr gut (1)
Aufhellung:gut (2)
Seeing:schlecht (4)
Freis. vis. Grenzgroesse:6.0
Temperatur:+12 °C
Luftfeuchtigkeit:hoch
Wind:kein
Bemerkungen:Ab ca. 1.30 Uhr Aufzug von Wolken
Bericht:

Nach zwei total verregneten Nächten und einem sehr wolkenreichen Tag glaubte heute, am ersten Abend der heurigen Summer Star Party (obwohl Summer angesichts der Temperatur nicht unbedingt angebracht erscheint) kaum jemand an eine Beobachtungsnacht. Und doch, mit Sonnenuntergang klart der Himmel auf und es beginnt eine wunderschöne Beobachtungsnacht. Sie verläuft für mich viergeteilt.

Teil 1: In der Dämmerung

In der noch recht hellen Dämmerung widme ich mich mit dem 12" LX200 den beiden hellen Planeten des Abends, Venus und Jupiter. Das Seeing ist schlecht, doch ich kann es doch nicht lassen und nehme die beiden Planeten mit der Webcam auf.


Venus bei F=3000mm, 900 Frames, bei schlechtem Seeing


Jupiter bei F=3000mm, 900 Frames, bei ebenfalls schlechtem Seeing.
Wohl eines der letzten Webcambilder in dieser Sichtbarkeitsperiode.

Ich baue nach diesen beiden Aufnahmen die Webcam ab. Zunächst.

Teil 2: Visuelle Tour

An vielen Instrumenten wird beobachtet. In der Kuppel und an sechs weiteren Instrumenten um die Sternwarte. Ich nütze den sehr klaren Himmel für eine visuelle Tour durch die schönsten Objekte des Sommerhimmels mit dem 12" LX200. Die Kugelsternhaufen sind eine Wucht, allen voran M13. Aber auch M92, M15 und M2 sind mehr als bemerkenswert. Mit einem UHC-Filter beobachte ich dann Nebel: Den Cirrus-Nebel NGC 6960 und 6992, den Crescent-Nebel NGC 6888, M8 und M20. Dass der UHC-Filter nötig ist, ist schade. Doch die Lichtverschmutzung durch die enorm helle Beleuchtung der Basilika schränkt die Beobachtung in der westlichen Himmelshälfte und im Zenit drastisch ein. Ohne Filter beobachte ich dann noch M57 und M27.

Später beobachten wir M13 und M57 am 16" LX200. Einfach eine Wucht ...

Teil 3: CCD

Als alle Beobachter ihre mobilen Instrumente um die Sternwarte abgebaut haben und die meisten auch schon ins Haus Franziskus aufgebrochen sind, montiere ich meine StarlightXpress an den 5" Astrophysics-Refraktor in der Kuppel, um einige LRGB Bilder aufzunehmen. Drei sollen es werden.


M51 mit SN2005cs, 600s L, je 180s RGB; leider steht M51 sehr tief


Crescent-Nebel NGC 6888; 2x600s L, je 180s RGB


Das Zentrum des Andromeda-Nebels M31; 600s L, je 180s RGB

Trotz recht kurzer Belichtungszeiten ganz gute Resulutate. Erste Wolken ziehen auf, es folgt der letzte Teil meiner Beobachtungsnacht.

Teil 4: Mars

Noch einmal montiere ich die Webcam, diesmal am 16" LX200. Mars steht schon recht hoch, doch das Seeing ist wirklich nicht gut. Trotzdem, eine Aufnahme muss sein. Ich verkleinere sie hier, um einen Vergleich mit den ersten beiden Planetenbildern zu ermöglichen.


Mars bei F=4000mm, aber 75 Prozent verkleinert, 2700 Frames, bei schlechtem Seeing

Somit endet die Beobachtungsnacht bedingt durch Wolken. Sie war unerwartet und daher doppelt schön. Ein Stimmungsbericht von der Summer Star Party folgt noch.