| Beobachter: | Thomas Schröfl | ||||||||||||
| Datum: | 09. 11. 2005 | ||||||||||||
| Zeit: | 20.30 bis 23.00 MEZ | ||||||||||||
| Ort: | Wien 22
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| Instrument: | Optolyth Refraktor 100/700 Philips ToUCam Pro | ||||||||||||
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| Bericht: | Gestern scheiterte meine geplante Marsbeobachtung an einer vorzeitigen Alzheimer-Attacke. Ich habe zwar meine ganze Ausrüstung in den 22. Bezirk zu Freund Heinz in den Garten geschafft, aber leider die Rohrschelle zur Montage des Tubus liegt in Edlach und so gab es statt Mars einen Plauderabend. Heute gelingt+s jedoch, nachdem ich mir bei Astro-Experts schnell Ersatz beschafft habe. Da uns der Mars noch einige Stunden in respektabler Höhe erhalten bleibt, steht zunächst ein Blick auf den Mond am Programm, bevor er sich anschickt hinter Bäumen und Häusern zu verschwinden. Gleich beim ersten Blick durchs Fernrohr begeistert mich wieder die Luftruhe, die hier im Norden Wiens herrscht. Bei Objekten, wo die Aufhellung nicht stört, jedenfalls ein großer Vorteil gegenüber Edlach. Am Refraktor ist das Bino mit 2 Televue 8-24mm Zoom-Okularen montiert, die Vergrößerungen von rund 30 + 90 fach ermöglichen; ideal für Übersicht und Detail. Nach einem ersten Überblick beginnen wir uns Details entlang der Terminatorregion anzusehen und fangen im Mare Imbrium mit den Kratern Archimedes, Autolycus und Aristillus an. Auffallend sind der Zentralberg von Aristillus; und im Rillensystem östlich von Archimedes verliert man ohne Mondatlas bald den Überblick. Eine eindrucksvolle Erscheinung ist die Kraterkette von Ptolemäus über Alphonsus bis Arzachel und dem östlichen gelegenen Albategnius. Dem steht aber die wild von Kratern zerklüftete Region bis Tycho um nichts nach. Jedenfalls reift in mir immer mehr der Plan, dem naheliegenden Mond mehr Beachtung und Zeit zu schenken. Mit der richtigen Hard- und Software muß sich da fotografisch sehr viel herausholen lassen. Als der Mond sich den Hausdächern nähert wenden wir uns Mars zu, der rund 50 Grad hoch im SE steht. Wieder einmal beginnt die Spielerei mit dem Zentrieren (mit einer 5fach Barlow bei 3,5m recht lustig), Fokussieren und Webcamparameter einstellen. Im Nu vergeht mehr als eine Stunde, aber dafür ist die Festplatte mit einigen GB zusätzlich schon recht voll. Da wird es morgen heißen Discjockey spielen beim Kopieren und Sichern. Ja und dann sollte ich noch die Zeit zur Bearbeitung finden. Schade, daß noch immer nicht das neue IR-Passfilter von Astronomik verfügbar ist. Nach der Marssaison werden wir dann am Mond ausprobieren können, was damit möglich gewesen wäre. Zum Schluß schraube ich noch das Rotfilter ein und damit ist visuell einiges mehr an Kontrast zu sehen. Wenn meine Identifikationsversuche mit dem Mars Previewer richtig sind, so ließen sich doch die Gebiete von Mare Sirenum, Phaethontis, Solis Lacus, Mare Erytraeum, Phaethontis und die Südpolregion erkennen.
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